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Festschrift der KJS "Werner John" Bad Blankenburg zum 10 jährigen Bestehen

 

Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung zum Sonderdruck (Seite 1)
  • Umschlag (Seite 1)
  • 1. - 3. Seite (Seite 1)
  • Grußwort (Ziegenhahn) (Seite 2)
  • Rückblick (Erwin Schwarz Direktor) (Seite 3)
  • Wer war Werner John? (Seite 4)
  • Ich erlebte Tokio (Christian Voigt ) (Seite 5)
  • 10. Jahrestag der KJS (Eberhard Glöckner Klasse Abiturkurs) (Seite 6)
  • So begann es... (Seite 7)
  • Wie ich zu meinen Erfolgen kam (Erwin Kaldarasch) (Seite 8)
  • Unsere Schule ( N. Oppel) (Seite 9)
  • Turnländerkampf der männl. Jugend Jugoslawien-DDR (1962 Gerd Diesler) (Seite 10)
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Einleitung zum Sonderdruck

Dieses Dokument von 1965 wurde durch eine ehemalige Schülerin der KJS Bad Blankenburg zur Verfügung gestellt. Im Original-Scan sind einige Autogramme von Sportlern und Aktiven zu sehen.

Digitalisiert und in diese Seite eingestellt Juni 2011(Ott K.-H.)




 

Umschlag

1. - 3. Seite

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Der Vorsitzende des Staatsr...

Der Vorsitzende des Staatsrates, Genosse Walter Ulbricht, zeichnet die Kinder- und Jugendsportschule „Werner John", Bad Blankenburg, am 2 Juni 1961 mit den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze aus.

 

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Grußwort (Ziegenhahn)Diese großen Erfolge, die dazu beitragen, unsere Republik zu stärken und ihre internationale Autorität zu erhöhen, wurden von der Regierung unserer Republik mit der Verleihung des „Vaterländischen Verdienstordens in Bronze" gewürdigt. Zahlreiche Angehörige Eures Lehrerkollektivs erhielten hohe staatliche Auszeichnungen. Der in unserer Gesellschaft erreichte hohe Entwicklungsstand und die in diesem Zusammenhang stehenden größeren Aufgaben in der Produktion und im gesamten gesellschaftlichen Leben erfordern auch von den Kinder- und Jugendsportschulen neue Maßstäbe in der Arbeit. Im Leistungssport können die einzelnen Sportler und das Kollektiv nur hohe Ziele erreichen, wenn Körperkultur und Sport in allen seinen Zweigen wissenschaftlich geleitet werden. Von allen Schülerinnen und Schülern sowie vom gesamten Kollektiv der Lehrer und Erzieher erwarten wir, daß sie auch weiterhin unser Vertrauen rechtfertigen und entsprechend den hohen Anforderungen maximale Lern- und Erziehungsergebnisse erreichen. Euer nächstes erstrebenswertes Kampfziel muß die Beteiligung der Absolventen Eurer Schule unter der Flagge der Deutschen Demokratischen Republik an den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-City sein. Dazu bedarf es einer zielbewußten, konsequenten und beharrlichen Arbeit. Bereits in diesem Jahr gilt es, dafür die erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen. Bereitet Euch gründlich auf die Kinder- und Jugendspartakiade der Deutschen Demokratischen Republik vor, und nehmt den Kampf auf zur Verbesserung aller bestehenden Kinder- und Jugendrekorde! Die ersten Deutschen Kinder- und Jugendmeisterschaften anläßlich der ersten Zentralen Spartakiade 1965 in Magdeburg müssen für die Kinder- und Jugendsportschule „Werner John'" Bad Blankenburg ein großer Erfolg werden. Wir wünschen dem gesamten Kollektiv der Kinder- und Jugendsportschule „Werner John" Bad Blankenburg bei der Erfüllung der neuen, großen Aufgaben die besten Erfolge, Gesundheit und volle Schaffenskraft zur Ehre unserer sozialistischen Sportbewegung, zum Ruhme unserer Deutschen Demokratischen Republik. Bezirksleitung Gera der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands Ziegenhahn 1. Sekretär ( Herbert_Ziegenhahn )Rückblick (Erwin Schwarz Direktor)Citius - Altius - Fortius Der 10. Jahrestag im Leben einer Schule ist ein Höhepunkt und Grund genug, ihn festlich und freudig zu begehen. In unserer Schulzeitung ..Die Brücke" Nr. 4 schrieb ich damals vor neun Jahren in einem Beitrag folgende Zeilen: Am 10. Januar hat unsere Kinder- und Jugendsportschule Geburtstag. Ein Jahr des Bestehens unserer KJS — das waren Tage voll Sorgen und Schwierigkeiten, aber auch unzählige Tage voll Sonnenschein. Wenn ich heule nach zehn Jahren die gleiche Frage bestellt bekomme und antworten muß, dann kann ich die obigen Zeilen nur wiederholen und möchte dazu sagen: Es hat sich gelohnt! Wir haben die uns damals gegebene Zielstellung erfüllt. Aus diesem Grunde gilt mein Dank heute besonders den Lehrern und den Frauen des Personals, die bereits 1954 die Schule und das Internat mit eingerichtet und 1955 unsere ersten Schüler unterrichtet und erzogen haben. Das waren Kollegin Behrend, Kollegin Schwarz. Kollege Kunze. Kollege Kleppe, Kollege Helff, Kollegin Kürschner-Kröplin. Mein Dank gilt aber auch den Kollegen, die dann in den nachfolgenden Jahren unseren Lehrkörper verstärkt haben, heute noch an der Schule tätig sind, und auch denen, die aus dienstlichen Gründen unsere Kinder— und Jugendsportschule ..Werner John" nach Jahren verlassen haben. Mein ganz besonderer Dank gilt den Genossen der Parteileitung unserer Schule, die der Schulleitung in den zurückliegenden Jahren mit Rat und Tat zur Seite standen. Lassen Sie mich einige wichtige Episoden aus der zehnjährigen Geschichte der Kinder- und Jugendsportschule "Werner John" Bad Blankenburg aufzeigen. Der 10. Januar 1955 war der Tag der Gründung. Die Lehrer marschierten mit ca. 90 Schülern in schmucken, dunkelblauen Trainingsanzügen zur Eröffnungsfeier in den VEB Transportgummi. An der Spitze marschierte mit der Fahne der Freien Deutschen Jugend Erwin Kaldarasch, der Schüler, der dann später als einer der ersten Schüler unserer KJS die Deutsche Demokratische Republik im Ausland vertreten durfte. Die Genossen der Bezirksleitung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und die Genossen des Rates des Bezirkes Gera verpflichteten uns in dieser Veranstaltung, moralisch einwandfreie, sozialistische Sportlerpersönlichkeiten zu erziehen, die mit hohen sportlichen Leistungen unsere Republik einmal vertreten. Bild: Bad Blankenburg am Rande des Thür. Waldes. Eingang zum Schwarzatal, umrahmt von den Thüringer Bergen. Die Zielstellung war uns eindeutig gegeben. Die Taten in den nachfolgenden Jahren mußten beweisen, ob wir würdig sind, an solcher Schule zu unterrichten bzw. als Schüler unterrichtet zu werden. Oberster Grundsatz für uns war, in der Turnhalle und auf dem Leichtathletikplatz den Gegner zu suchen, den stärksten Gegner zu suchen und von ihm zu lernen. Das war unsere Aufgabe für das Jahr 1955. Das Jahr 1956 sollte dann der Auftakt werden, um im schnellen Anlauf an die Spitze der länger bestehenden Kinder- und Jugendsportschulen Anschluß zu finden. Im Turnen haben wir diese Aufgabe wider Erwarten bereits im ersten Anlauf erreicht. In der Leichtathletik war das naturgemäß weil schwieriger. Bei den Bestenermittlungen im April 1956 in Güstrow begann im Turnen die über Jahre nicht abreißende Erfolgskette. In der Schulzeitung ..Die Brücke" Nr. 7/56 können wir darüber nachlesen: .....Zuvor aber sei etwas über unsere Mädel und Jungen B gesagt. Ihr Auftreten und ihr Kampfeinsatz war beispielgebend und riß oft genug die Zuschauer zu Beifallsstürmen hin. Überall und von jeder Seile fanden wir Anerkennung ob des guten Betragens und des anständigen Benehmens unserer Mädel und Jungen, ganz besonders aber unserer Kleinen/' DDR-Beste in der Mädchenklasse A im Turnen bei den Kinder- und Jugendsportschulen der Republik wurde unsere Mannschaft — die Mannschaft. die dann wenige Wochen später bei den DDR-Meisterschaften der Schüler und Pioniere in Greiz DDR-Meister wurde und wieder die Turn-Hochburgen, die Kinder- und Jugendsportschulen Berlin und Forst, hinter sich ließen. Diese Mannschaft bildeten u. a. Irene Binder, die auch Einzelmeisterin wurde, heute in Jena Körpererziehung studiert; Brigitte Kieschnick, die in Jena-Land Kreissportlehrerin ist; Helga Musewald, die heule in Saalfeld Sportlehrerin ist; Ursel Grosse, die heute an unserer Schule als Turnlehrerin tätig ist. Die Erfolgskette der Turnerinnen und Turner riß dann nicht mehr ab. Viele Höhepunkte ließen sich anführen, die im Detail aber aus dem Ergebnisspiegel der Sektion Turnen genauer zu ersehen sind. In diesen zehn Jahren haben wir auf dem Gebiet des Schüler-Turnens und des Turnens der männlichen und weiblichen Jugend über Jahre hinaus die Spitze in unserer Republik bestimmt und bestimmen sie zum Teil auch heute noch. Nur einige Namen und Phasen mögen für viele stehen: Von 1956 an standen unsere männlichen Turner und ein Jahr später auch unsere weiblichen Turner immer im Finale um den FDJ-Pokal des Zentralrates der Freien Deutschen Jugend. In Bad Blankenburg brachten wir sogar das Kunststück fertig, diesen Pokal bei der männlichen und weiblichen Jugend zu gewinnen. 1957 belegten die Turner — Mädel und Jungen — in Bad Schmiedeberg bei den Bestenermittlungen in der Mannschaft den 1. Platz. Das erste Zentrale Sportfest der Kinder- und Jugendsportschulen sah dann auch unsere Leichtathleten den Anschluß an die Spitze der anderen Kinder- und Jugendsportschulen herstellen. Unvergeßlich bleibt in dem Jahr der Kampf in der Mannschaftswertung der männlichen Jugend A unserer Schule gegen Berlin. Nur knapp verwies uns die KJS Berlin auf den 2. Platz. Wir hatten aber die Genugtuung, daß Dieter Lehner im entscheidenden 1000 m Lauf des Sechskampfes den langen Joachim Ziesche, den heutigen Kapitän unserer Eishockey-Nationalmannschaft, in einem tollen Finish auf den 2. Platz verwiesen hat. In diesen wettkampfheißen Tagen des 1. Zentralen Sportfestes in Güstrow wurde dann bei der abschließenden Siegerehrung in der großen Sporthalle in Anwesenheit von ca. 2000 bis 3000 Menschen unser Schlachtruf ..Blankenburg — Ja!" geboren, der uns in diesen Jahren immer wieder begleitet und aufgerüttelt hat zu hervorragenden Kampfleistungen in der Leichtathletik und im Turnen. Ernst und feierlich aber wurde uns in diesen Tagen des Jahres 1957 in Güstrow zumute, als auf dem Rathausplatz unsere Schulfahne mit anderen Fahnen von Kinder- und Jugendsportschulen geweiht wurde. Ergriffen schreibt darüber unser ehemaliger Schüler Gerd Rüffler, der die Fahne tragen durfte: ..Ein weiterer erhebender Tag war es. als wir zum 4. Jahrestag unserer Schule die Erlaubnis erhielten, unsere Kinder- und Jugendsportschule "Werner John" zu nennen. Mit Stolz und Ehrfurcht tragen wir den Namen des jüngsten kommunistischen Abgeordneten Thüringens vor 1933. der sein Leben hingeben mußte im Kampf gegen den Faschismus. Wir haben damals in Anwesenheit der Gattin von Werner John geschworen, sein Vermächtnis zu erfüllen." Die vielen Erlebnisse und Ereignisse in diesen Jahren ließen uns kaum zu Atem kommen. Im Wettbewerb der Kinder- und Jugendsportschulen, ausgeschrieben vom Ministerium für Volksbildung, wurde die KJS „Werner John" Bad Blankenburg 1957 " Beste Kindersportschule", 1958 " Beste Kindersportschule", 1960 " Beste Jugendsportschule". 1961 erhielten wir als erste und bisher einzigste Kinder- und Jugendsportschule den " Vaterländischen Verdienstorden" in Bronze. Im Jahre 1961 erhielt unsere Schule dann den Auftrag unseres Staates,als Kollektiv für alle Kinder- und Jugendsportschulen der Republik zum IV. Deutschen Turn- und Sportfest eine Übung auszuarbeiten und für die Durchführung verantwortlich zu zeichnen. Bild: Genosse Schwarz und Kollegin Bürgstein kehren aus Berlin zurück, wo der Staatsratsvorsitzende Genosse Walter Ulbricht unserer Schule den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze verlieh. Im Spalier der Schüler werden sie empfangen. Wir haben diese Aufgabe mit wahrem Feuereifer angepackt und erstmalig neben den turnerischen Elementen als Ausdruck der Arbeit der Kinder- und Jugendsportschulen auch leichtathletische Elemente verarbeitet: Hürdenlaufen, Hochspringen und Speerwerfen. Zusammen mit den turnerischen Elementen, die einen sehr hohen Schwierigkeitsgrad aufwiesen, war die Übung ein Höhepunkt des IV. Deutschen Turn- und Sportfestes in Leipzig und wurde mit der Übung der Sportvereinigung „Vorwärts" und der Deutschen Hochschule für Körperkultur in gleichem Atemzug genannt. Internationale Aufgaben für unsere Schüler ließen nicht lange auf sich warten, und die Berufungen in Mannschaften, die unseren Staat im Auslandvertraten, waren für uns alle Freude und Ehre zugleich. So schrieben uns Erwin Kaldarasch aus Marokko und aus Prag; Christian Voigt aus Malmö und aus Tokio; Elke Meißner und Angelika Striegler aus Ungarn | Gisela Stapf aus Volkspolen; Joachim Kirst aus Warschau; Gerd Diesler und Helmut Otto aus Jugoslawien: Dietmar Zapfe und Lothar Müssig aus der CSSR. Links zum Thema: http://www.sport-komplett.de/sport-komplett/sportarten/t/turnen/hst/23.html http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-B1105-0003-008,_Gerd_Diesler.jpg http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Kirst http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Lothar_M%C3%BCssig Von 1956 bis 1965 errangen unsere Turner und Turnerinnen über 2.» Deutsche Mannschaftsmeister* und Einzelmeister-Titel. Von 1956 bis 1965 errangen unsere Turner und Turnerinnen über 25 Deutsche Mannschaftsmeister- und Einzelmeister-Titel. Im gleichen Zeitraum errangen unsere Leichtathleten und Leichtathletinnen über 20 Deutsche Meister- und DDR-Beste-Titel in Mannschaftswertungen und Einzeldisziplinen. Die Deutschen Rekorde und Deutschen Bestleistungen der Schüler und der männlichen und weiblichen Jugend unserer KJS hat die Zahl 30 erreicht. 1958 verließen die ersten Schüler, die bei uns das Abitur abgelegt hatten, die Schule und das Internat, das über 4 Jahre ihre Wohnstätte gewesen ist. 1962 verließen Schüler unsere Schule und das Internat, die wir seit der 5. Klasse bei uns hatten. Von 1958 an erreichten uns in unregelmäßigen Abständen Karten und Briefe von ehemaligen Schülern aus Leningrad, Wolgograd, Prag, Rostock, Berlin, Dresden, Magdeburg usw. Sie schreiben: Wir werden Lehrer, wir werden Maschinenbauer, wir werden Arzt. Immer wieder klang in ihren Zeilen an: es war doch eine schöne Zeit in Bad Blankenburg, und das Internat war uns Heimstätte, vertrauter Ort, an dem wir in vielen unzähligen Stunden mit gebaut hatten, um es immer schöner zu gestalten. Die letzte Karte sandte uns vor wenigen Tagen aus Conakry unser ehemaliger Schüler Horst Steininger, einer der veranlagtesten Nachwuchsturner der Republik, der aber leider durch eine Rückenverletzung nicht mehr aktiv sein kann. Von 1958 bis 1964 verließen über 160 Abiturienten unsere Schule. Wir hatten schwer um die Anerkennung unserer Leistungen auf schulischem Gebiet zu kämpfen. Ca. 60% der Abiturienten bestanden das Abitur mit „sehr gut" und „gut'*. Dank gilt hier unseren ehemaligen Schülern, die durch ihre Leistungen und ihre Gesamthaltung großen Anteil daran haben, daß unsere Schule einen guten Ruf hat. Besonders stolz macht uns. daß der überwiegendste Teil unserer Schüler, die die KJS in den vergangenen Jahren verlassen haben, Sportlehrer und Lehrer geworden sind oder Arzte, die auf sportmedizinischem Gebiet tätig sein wollen. Sehr groß ist die Zahl von Schülern, die von unserer Schule zu den Sportschwerpunkten, der SV Dynamo Berlin und zu unserem Sportclub Motor Jena, delegiert wurden. Die Zielstellung der Kinder- und Jugendsportschulen in der Republik wurde in den zurückliegenden Jahren variiert und verändert. Heute, im Jahre 1965, gibt es eine klare Festlegung: die Ausbildung von sozialistischen Sportlerpersönlichkeiten, die sportliches Weltniveau mitbestimmen sollen. Sicherlich geben Schüler wie Lothar Müssig, Wolfgang Thüne, Renale Meißner. Bärbel Schrickel oder Joachim Kirst in den nächsten Jahren dafür Gewähr. http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Lothar_M%C3%BCssig http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Th%C3%BCne_%28Turner%29 http://de.wikipedia.org/wiki/Renate_Stecher http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%A4rbel_Struppert http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Kirst Varlidiert und endgültig klar ist auch die Frage des Sportclubs. Über die Sportvereinigung Dynamo gehören wir heule unserem Sportclub des Bezirkes, dem SC Motor Jena, an. Als Spezialschule der Volksbildung sind wir dem Rat des Bezirkes. Abt. Volksbildung, direkt unterstellt. Dadurch ist die Möglichkeit der schnelleren und konkreten Hilfe durch die staatlichen Organe gegeben. Der Genosse Hans Benlzien — Vertreter der Bezirksleitung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, heute Minister für Kultur — sagte zur Eröffnung 1955: ,.Hört auf den Rat der Partei, und wenn Ihr Hilfe braucht, dann wendet Euch an die Partei!" Wir danken unserer Partei, besonders den Genossen der Bezirksleitung cler Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, für den Rat und die Tat in den zurückliegenden Jahren. Im „Lied der Kinder- und Jugendsportschulen" heißt es: ..... Den Sprung zur Spitze schafft nur der, der alles wagt, der alles beherrscht und nie verzagt, darum kämpfen wir um olympischen Sieg für den Ruhm und die Ehre der Republik." Das Internat unserer KJS ist Vorbild für die Internate aller Kinder- und Jugendsportschulen; im Turnen halten wir zum großen Teil die Spitze in der Republik; in der Leichtathletik bestimmen wir mit die Spitze in der Republik. Darum kann auch für die kommenden zehn Jahre nur die Aufgabe stehen: Weiter, schneller, höher — ist unser aller Ziel! Erwin Schwarz DirektorWer war Werner John?„Wer den Tod fürchtet, wird niemals helfen können, die Welt zu verändern" (Unter Zugrundbelegung des Berichtes ,,Wehrunwürdig — nur bis Stalingrad)a von H. Hühner aus: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung des Kreises Rudolstadt „40 Jahre Novomberrevolulion", herausgegeben vom Kreisausschuß der Nationalen Front Rudolstadt und der Kreisleitung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands Rudolstadt.) Seit dem 4. Jahrestag ihres Bestehens trägt unsere Schule den Namen ..Kinder- und Jugendsportschule "Werner John" den Namen eines aufrechten Antifaschisten und Kämpfers für Leben, für den Frieden, gegen den Krieg. Wer war Werner John? Bereits im frühen Kindesalter kam der am 19. 9. .1907 in Plauen im Vogtland geborene Werner John nach Rudolstadt-Volkstedt. Sehr bald zeigte sich seine Liebe zum Sport, er wurde aktiver Turner in der Kinderabteilung des Arbeiter-Turn- und Sportvereins Volkstedt. Später baute er selbst eine Kinderabteilung in diesem Verein auf und widmete sich mit Liebe und Hingabe als Übungsleiter der sportlichen Entwicklung der Volkstedter Arbeiterkinder. Mit 17 Jahren wurde der junge Porzellanmaler Werner John Mitglied der KPD. denn er war nicht nur Sportler, sondern er war auch ein unbeugsamer Kämpfer für ein anderes, für ein besseres Deutschland, für das Deutschland Ernst Thälmanns und Wilhelm Piecks, das heute in der Deutschen Demokratischen Republik Wirklichkeit geworden ist. Werner John genoß das Vertrauen seiner Genossen und der fortschrittlichen Kräfte in seiner Heimatstadt; er war jahrelang der jüngste kommunistische Abgeordnete Rudolstadts. Als die faschistische Nacht über Deutschland hereinbrach, wurde Werner John sofort verhaftet, dann aber unter der Bedingung freigelassen, sich jeglicher politischer Tätigkeit zu enthalten. Werner John aber war Kommunist, er kannte keine Furcht, er wußte: Wer den Tod fürchtet, der wird niemals helfen können, die Welt zu verändern. Und er handelte. Am 1. Mai 1933 schlug der flammende Aufruf an die Jugend zum Kampf gegen Faschismus und Krieg wie eine Bombe ein. Der Sportler und Patriot Werner John wurde aus der Mitte seiner Sportfreunde vom Training weg von den Hitlerschergen verhaftet. Sein Leidensweg begann in Bad Sulza und Gräfentonna und führte in das Konzentrationslager Buchenwald. Im März 1939 aus der nazistischen Folterhölle entlassen, wurde Werner John unter ständige Polizeiaufsicht gestellt und für „wehrunwürdig" erklärt. Als die Niederlage Hitlerdeutschlands sich ankündigte, da zerrissen die braunen Henkersknechte Hitlers die „Wehrunwürdigkeitsbescheinigung" Werner Johns vor seinen Augen. Er wurde im Dezember 1942 zur Faschistischen Wehrmacht eingezogen und da er ein standhafter Antifaschist war, der berüchtigten Strafdivision 999 zugeteilt. Bereits im August 1943 erhielt Frau John die Nachricht, daß ihr Mann bei Bjelgorod für ..Großdeutschland" und seinen „Führer" gefallen sei. Auf ihr Anfragen beim damaligen Roten Kreuz hat Frau John niemals Antwort erhallen. Sie stand mit den Angehörigen gleichgesinnter Kameraden ihres Mannes in Verbindung, sie alle erhielten nach kurzer Zeit ähnliche -.Trauerbotschaften*', auch ihre Anfragen blieben unbeantwortet. So deuten alle Umstände und Anzeichen darauf hin, daß Werner John und seine Genossen nicht gefallen, sondern vom Führerkorps der Strafdivision 999 hinterhältig ermordet wurden, ermordet im Kampf gegen Faschismus und Krieg, den sie ihr Leben lang führten, ausdauernd, unbeirrbar. überzeugt vom Endsieg des Sozialismus. Werner John ist tot — lebendig ist das Beispiel, das er gab. Werner John zum Vorbild wählen, das heißt, selbst Vorbild sein — beim Sport, in der Schule, ein ganzes Leben lang. 10 Jahre KJS „Werner John" Was der Jugend wir bereiten, bringt uns doppelten Gewinn; denn das Planen schon beizeiten ist der Planung strengster Sinn. Deshalb steht seit Jahren schon unsre Schule „ Werner John". Jugend, Sport und Geisteskraft unsres Volkes Zukunft schafft! Helga Singer, Klasse 10 L Ich erlebte Tokio (Christian Voigt )Ich erlebte Tokio Man kann es erst sehr spät begreifen, daß man wirklich „Olympia"' im fernen Tokio erleben soll und als Sportler aktiv teilnehmen wird. Nach großen, umfangreichen Vorbereitungen startete die Maschine über Kopenhagen, Stockholm, Anchorage in Alaska nach Japan. Erst auf dem Tokioer Flughafen Haneda weiß man, daß alles kein Traum ist. Ich wende mich nun einigen Themen ausführlicher zu, da sie für mich die schönsten Erlebnisse waren. Das „Olympische Dorf" — eigentlich eine unzutreffende Bezeichnung. Haben doch mehr als siebentausend hier gewohnt. Die Sportler fühlten sich drei Wochen lang wie zu Hause in großen, mehrstöckigen Häusern und in einstöckigen Häuschen für 10 bis 15 Personen. Es gab hier ein Theater, einen Gesellschaftsclub, einen Sportplatz, ein Kaufhaus, ein Krankenhaus und ein Postamt mit Bank, die alle durch große saubere Asphaltstraßen miteinander verbunden waren. Eine wirklich hervorragende Einrichtung waren die Fahrräder, von denen es zu Beginn der Spiele etwa 1000 gab. Mit dem Anwachsen der Bevölkerungszahl im Dorf ging die Zahl der Fahrräder zurück. Von Tag zu Tag gab es mehr Fahrradwracks. Die Unfallziffer stieg, vielleicht durch die Überbelastung und die Ungewohntheit des Linksfahrens. Alle Sportler verstanden sich trotz großer Sprachschwierigkeiten und Mentalitäten sehr gut, es war eine große, bunt zusammengewürfelte Familie. und es war ein schönes Bild, wenn Schwarz und Weiß, eben vom Kaufhaus kommend, über ihre Geschenke für die Angehörigen in der Heimat fachsimpelten. Der Einmarsch — bestimmt für alle zu einem tiefen Erlebnis geworden. Warum eigentlich? Betritt man inmitten seines Mannschaftsteils durch das Eingangstor das weite Stadion oval, so schnürt es einem die Kehle zu, und man muß sogar gegen einige Tränen ankämpfen. Es ist etwas Großes, Schönes, was einen ergreift. Es ist eine Manifestation der Freundschaft, die man so unmittelbar miterlebt. Den Höhepunkt dieser Eröffnungszeremonie bildet der Augenblick, in dem der junge japanische Sportler Joshinori Sakai als letzter Läufer der Olympiastafette das heilige Feuer ins Stadion trägt. Sakai, der im Augenblick der ersten Alombombenexplosion in der .Nähe von Hiroshima geboren wurde, gilt so auch als Symbol der unverwüstlichen Kraft des menschlichen Lebens für den Frieden. Im Moment, als das Feuer im Sockel entzündet wird, zwingt sieh auch der Gedanke auf. daß die Japaner volle 24 Jahre auf diesen Augenblick warten mußten. Die für das Jahr 1940 geplanten Spiele wurden durch den Weltkrieg verhindert. Aber die Japaner hatten alles getan, um einen reibungslosen Ablauf der Spiele, ihrer Spiele, zu gewährleisten. Besonders die einwandfreie,immer fehlerfreie Organisation der Wettkämpfe wurde immer wieder anerkannt und bewundert. Bild: Christian Voigt war 1964 Teilnehmer an den Olympischen Spielen in Tokio. Er ist mit der Zeit von 14.1 sec Deutscher Rekordhalter im 110-m-Hürdenlauf. Christian trainiert jetzt beim SC Dynamo Berlin Tokio, die größte Stadt der Welt, mit ihrer 2033 km² großen Fläche, trachte fast jeden in Erstaunen. Tokio ist wohl auch die große Stadt mit den krassen Gegensätzen. Modernster Technik und trübem Altertum begegnet man hier dicht nebeneinander, und keiner findet etwas daran, wenn Mensch von Mensch durch den Straßentrubel gezogen wird. Fährt man auf der neuen Hochautobahn, die in einem einzigen Jahr mit Riesenkosten für die Olympischen Spiele gebaut wurde, so sieht man die teuren, architektonisch hervorragenden Gebäude, sieht aber auch Häuschen und Hütten aus Holz oder Bambus, die in ihrer Einfachheit den Kontrast zu den großen Repräsentationsbauten bilden. Ich möchte bald sagen, Japan ist eine verkehrte Welt Es gibt Linksverkehr, man schreibt von oben nach unten, man liest von hinten nach vorn, ißt mit Stäbchen, die dem Europäer sowieso Schwierigkeiten bereiten, und spricht auch in diesem Sinne. Die Japaner waren aber sehr gute Gastgeber, und die Mexikaner werden große Mühe haben, es ihnen gleichzutun.Christian Voigt erhält sein Abiturzeugnis. Er legte die Reifeprüfung mit dem Prädikat "GUT" ab.Einen großen Teil dazu beigetragen, daß ich Tokio sehen konnte, hat besonders meine Schule, der ich bei dieser Gelegenheit noch einmal danken möchte. Allen, die noch Schüler der KJS sind, möchte ich ans Herz legen, die sehr guten Möglichkeiten, die ihnen geboten werden, voll zu nutzen. 1968 trifft sich die Sportjugend der Welt wieder zu großen Vergleichen, und vielleicht ist auch dann schon einer von Euch dabei. Ich kann sagen, nur der wird „Olympia" richtig begreifen können, der es selbst erlebt hat. In diesem Sinne gratuliere ich unserer Schule recht herzlich zu ihrem 1Ojährigen Bestehen und hoffe, daß noch viele Jahre hinzukommen werden. C h r i s t i a n V o i g t10. Jahrestag der KJS (Eberhard Glöckner Klasse Abiturkurs)Meine Gedanken zum 10. Jahrestag der Kinder- und Jugendsportschule Bad Blankenburg Mein Anliegen ist, zum 10. Jahrestag unserer Schule ein bedeutendes Ereignis aus dem Alltag der Schule oder des Internats zu berichten. Was soll ich schreiben? Da gab es in all den Jahren so viele schöne und erlebnisreiche Tage, daß sie gar nicht zu zählen sind. Ein sportliches Ereignis? Dieses Thema liegt am nächsten. Oder eine Kulturveranstaltung ? Die Arbeit in der Schule? Alles ist gut und schön. Am schönsten finde ich aber, wie an unserer Schule mit jedem einzelnen Schüler gearbeitet, wie jeder ins Kollektiv geführt wird. Es liegt mir eigentlich gar nicht, über mich persönlich zu schreiben, aber vielleicht kann dieser kleine Bericht das ausdrücken, was mir die Kinder- und Jugendsportschule im persönlichen Leben bedeutet und wie dankbar ich bin, in diesem Kollektiv zu leben. Als meine Eltern, meine Geschwister und ich nach Gera umzogen, kam ich das erste mal mit dem Sport in Berührung. Anstoß dazu, daß ich mich bei der Leichtathletik-Sektion Lok Gera meldete, gab ein Campingbeutel, den ich in Johanngeorgenstadt, unserem früheren Wohnort, bei den Schulmeisterschaften für einen 1. Platz im 60 m-Lauf erhalten hatte. So ging ich nun regelmäßig zweimal in der Woche zum Training. In der Schule jedoch war der Kontakt zu den übrigen Schülern nicht sehr eng, denn keiner meiner Schulkameraden interessierte sich für den aktiven Sport. Versuche meinerseits, einige von ihnen zu einem regelmäßigen Training zu bewegen, endeten mit Mißerfolgen. Und so gingen unsere Interessen ziemlich auseinander. Während ich meine Freizeit auf dem Sportplatz verbrachte, suchten meine Schulkameraden Zerstreuung im Kino und mit Kofferradios. Bild: Bei der Abschlußkundgebung des Endausscheides der Kinder- und Jugendsportschulen 1960 in Erfurt überreicht der Vertreter des Ministeriums für Volksbildung, Kollege Gutjahr, dem Direktor der Schule die Fahne „Beste Jugendsportschule der Republik" Auch die Lehrer fanden nicht immer das richtige Verständnis. So gab es z. B. am 1. Mai jedes mal Streit, mit wem ich wohl marschiere — mit der Klasse oder mit der BSG Lok. Alle diese Fakten trugen dazu bei, daß ich nicht recht wußte, was ist falsch, was ist richtig. Ich war beladen mit viel Hemmungen und besaß wenig Selbstvertrauen. Aber auch bei der BSG Lok selbst gab es nicht genug Möglichkeiten, im Sport weiterzukommen. Es war damals so, daß kein systematisches Training durchgeführt wurde. Am Anfang der 9. Klasse wurde ich an die Kinder- und Jugendsportschule Bad Blankenburg delegiert. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge und voller Erwartungen begann ich diesen neuen Abschnitt in meinem Leben. Mit einem weinenden Auge deshalb, weil ich ja das erste Mal auf längere Zeit von Hause wegging, und mit einem lachenden, weil ich mir viel von diesem neuen Abschnitt meines Lebens erhoffte. Viele neue Eindrücke stürmten auf mich ein, die alle erst einmal verarbeitet werden mußten. Besonders begeisterte mich das Zusammenhalten aller Schüler. hier half der Stärkere dem Schwächeren. Auch das herzliche und aufrichtig-freundschaftliche Verhältnis der Trainer, Lehrer und Erzieher zu den Schülern war für mich etwas vollkommen Neues. Ich nahm mir vor, ebenfalls solch ein Mitglied dieser verschworenen Gemeinschaft von Erwachsenen und Schülern zu werden. Mir war klar, daß ich dabei auch meinen Beitrag leisten mußte. Ich kam zu Herrn Klingebiel in die Trainingsgruppe. Hier fand ich bei allen Schülern die gleichen Interessen, Schnell lebte ich mich mit Herrn Klingebiels Hilfe ein. Es ist wirklich ein sehr gutes Kollektiv. Viel wurde mir geholfen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, daß nun der Sport zur vollen Entfaltung kam. Noch nie trainierte ich mit soviel Freude und Eifer. Deshalb erreichte ich Ende der 9. Klasse, im zweiten Jahr B-Jugend, meinen vorläufigen Höhepunkt in der sportlichen Entwicklung. Ich wurde bei den Deutschen Jugend-Einzelmeisterschaften in Weimar 5. im 100 m-Lauf, und im 4 x 100 m-Staffellauf sogar 4. 1964 zeigte sich dann einer der größten Erfolge der kollektiven Erziehung, als meine Mannschaft, die A-Jugend, bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in Wittenberg erstmals in der Geschichte unserer Schule Deutscher Mannschaftsmeister wurde. Dieser Wettkampf fand unter den schwierigsten Bedingungen statt, und wir haben diesen Wettkampf nur gewonnen, weil neben unserem sportlichen Können auch jeder für das Kollektiv gekämpft hat. Doch auch in der Schule und im Internat ging meine Entwicklung weiter. Mit der Bildung des Abiturkurses konnte das Kollektiv unserer Klasse weiter gefestigt und gestärkt werden. Es ist ein großes Verdienst der Klassenleiterin, Fräulein Heger, und der Fachlehrer sowie des Direktors, Herrn Schwarz, und der Parteileitung unserer Schule. Freilich gibt es auch Dinge, die wir nicht gleich richtig beurteilen und mit denen wir nicht ganz einverstanden sind, aber wir wissen doch, daß unsere Lehrer nur das Beste für unsere weitere Entwicklung wollen. Im Internat bekam ich von Herrn Neumann und dem Erzieherkollektiv die ehrenvolle Aufgabe eines Flurverantwortlichen übertragen. Ich muß ehrlich sagen, daß mir dieses Vertrauen eine gehörige Portion Selbstbewußtsein gab, das ich in der Zeit der Umstellung auf ein richtiges Kollektiv gut gebrauchen konnte. Es war eine der glücklichsten Stunden meines Lebens, als ich am 9. Jahrestag des Bestehens der Schule eine Auszeichnung für diese Arbeit und gleichzeitig für meine sportlichen Leistungen die Ehrennadel der Kinder-und Jugendsportschule in Silber erhielt. Ich war stolz und froh zugleich zu wissen, daß auch ich einen Beitrag zu den Erfolgen der Schule geleistet hatte. Als ich Bilanz zog, stellte ich fest, daß es ohne Hilfe der Trainer. Erzieher und Lehrer nie so weit gekommen wäre, daß ohne sie meine Hemmungen niemals beseitigt worden wären. Ich bin ihnen dankbar, denn noch nie habe ich solch ein Vertrauen und solch eine Achtung genossen. Auch als ich durch eine Dummheit stolperte, reichten mir alle hilfreich die Hand und wiesen mir den richtigen Weg. Vertrauensvoll kann man sich in jeder Angelegenheit an die Lehrer und Erzieher wenden, man bekommt immer Unterstützung, oder es wird kritisch festgestellt, was man falsch gemacht hat und wie man Fehler vermeiden kann. Und jedes Jahr, wenn neue Schüler an die Schule delegiert werden, helfen wir nun vereint mit, diese in unser Kollektiv einzuführen. Meine Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Dieser Bericht geht weiter, ja, er muß sogar weitergehen. Eberhard Glöckner Klasse Abiturkurs So begann es...(Auszug aus dem Artikel der "Volkswacht" Nr.5 vom 7.Jamuar 1955) Im schönen Thüringer Wald, in Bad Blankenburg, wird nun auch in unserem Bezirk die erste Kinder- und Jugendsportschule ihre Pforten öffnen. Mit Unterstützung des Rates des Bezirkes sind im ehemaligen Ledigenheim der Wismut in der Alfred Sobik -Siedlung alle Voraussetzungen geschaffen und die Schwierigkeiten überwunden worden. Am 10. Januar werden zunächst 94 Schüler — größtenteils Arbeiter- und Bauernkinder — der fünften, sechsten, siebenten und neunten Klasse internatsmäßig aufgenommen. Ihnen stehen Ein-, Zwei-, Drei- und Vierbettzimmer als Schlafräume zur Verfügung. Drei bis vier Schlafgemeinschaften haben ihren ständigen, gut ausgestalteten Tagesraum und Arbeitsraum. Die Lehrer der Kinder- und Jugendsportschule Bad Blankenburg werden alle Kraft daran setzen, die jungen Menschen zu guten Sportlern zu erziehen. Die Leichtathletik - Anlage im Gelände der Sportschule des DTSBWie ich zu meinen Erfolgen kam (Erwin Kaldarasch)Eigentlich hatte ich es mir am wenigsten zugetraut, daß ich einmal für die Deutsche Demokratische Republik repräsentativ eingesetzt werde. Für mich war es ein Erlebnis besonderer Art, als ich zum ersten Male unter den Klängen der Nationalhymne auf dem Handball-Parkett verharrte, um anschließend gleich gegen den Weltmeister in der „Höhle des Löwen" zu spielen. Es war ein schlechter Start, denn wir unterlagen — wenn auch nach großem Kampf 14:17. Noch weitere neun Länderspiele durfte ich für den Deutschen Handball-Verband bestreiten. Wenn auch unsere Teilnahme an den Weltmeisterschaften in der CSSR 1964 nicht den erwarteten Erfolg brachte, war es doch für mich der bisherige Höhepunkt in meiner sportlichen Laufbahn. Ich habe oft darüber nachgedacht, wie mir das eigentlich gelang. Wenn ich Bilanz ziehe, dann ergibt sich ein gerader Weg. Es begann vor zehn Jahren, an dem Tag. an dem die Kinder- und Jugendsportschule „Werner John" gegründet wurde. Am 9. Januar 1955 war Anreisetag. Zu dieser Zeit sah es nicht danach aus, daß meine Schule einmal Träger des „Vaterländischen Verdienstordens" in Bronze sein würde. Alles war beengt und zusammengedrängt: Klassenzimmer, Speisesaal, Küche, Clubraum, Arztzimmer, Sekretariat und die Internatsräume waren in einem Haus untergebracht. Verhältnismäßig gab es wenig Schüler und Lehrer. Das hatte wiederum den Vorteil, daß eine individuelle Betreuung der Schüler erfolgen konnte. Bei der heutigen Kapazität der Schule dürften darin wohl noch Schwierigkeiten bestehen. Die Schüler, die erst vor wenigen Jahren an die Schule kamen, können sich kaum vorstellen, wie der Tagesrhythmus aussah. Neben den schulischen wollten wir ja auch zu sportlichen Leistungen gelangen.' Das war aber nicht einfach. Die damalige Klasse 9 setzte sich aus 5 Jungen und 7 Mädchen zusammen. Es reichte weder zu einer Turnriege, noch zu einer Handballmannschaft. Nach und nach wurden die Klassen aufgefüllt, und erst im dritten Jahr des Bestehens unserer KJS konnte man von einer Spezialisierung sprechen. Bis dahin aber betrieben wir alles: angefangen beim Turnen über den Wintersport und das Ballspielen bis zur Leichtathletik. Man mußte sich zum Allround-Sporller entwickeln, um auf dem „Laufenden" zu bleiben. Durch diese vielseitige athletische Ausbildung wurden bei jedem Schüler die besten Grundlagen geschaffen, um einmal Spitzenleistungen vollbringen zu können. Es war kein Wunder, daß man in den jetzigen Bestenlisten des Bezirkes Gera keine Namen der „alten Garde" mehr vorfindet. Außerdem wäre es verkehrt, wenn einer behaupten wollte, daß wir nichts geboten haben. Wir schauen voller Stolz auf die heutigen Sieger, weil Bild: Während der Wintermonate nimmt ein großer Teil der Leichtathleten an den Punktspielen der Jugend im Hallenhandball teil. Waltraud Wülfert, Kapitän der Mannschaft der weihlichen Jugend A, bei einem gelungenen Torwurf ihre Namen für den der KJS Bad Blankenburg stehen. Ich hatte mich in der Jugendklasse der Leichtathletik verschrieben. In ihr vereinigen sich eine Anzahl von Übungen und Bewegungsabläufen, die man als All-round-Sportler beherrschte. Vielleicht ruft es ein mitleidiges Lächeln hervor. daß der erste Stabhochsprung-Rekord der B-Jugend von mir aufgestellt wurde. Mit 2,52 m hätte ich selbst 1896 in Athen keine Medaille errungen. Mein Interesse am Handballspiel wurde durch Herrn Kleppe geweckt. Im Wintertraining erwärmten wir uns bei einem ..Spielchen", das für mich aber erst 8 Jahre später den Erfolg brachte. Seit 1958 spiele ich beim SC Wissenschaft DHfK Leipzig Handball. Bei dieser Mannschaft konnten wir viermal Deutscher Meister werden, und dreimal blieb uns der Ehrenplatz. Inzwischen habe ich die DHfK absolviert. Es fiel mir nicht schwer, denn die Lehrer der KJS schafften die besten Grundlagen in schulischer und sportlicher Hinsicht. Es wäre schön, wenn an der KJS auch eine verstärkte Spielausbildung betrieben würde. Zumindest müßte es auch Kinder- und Jugendsportschulen geben, die sich ausgesprochen auf das Ballspielen konzentrieren. Bild: Klaus Beer, der deutsche Rekordhalten in Weitsprung, trainierte 4 Jahre in Bad Blankenburg mit unseren Schülern.Seine vielseitige Ausbildung war auch eine wichtige Grundlage für seine bisherigen Erfolge. (http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Beer) Sicherlich gibt es Skeptiker, die danach fragen, warum ein Leichtathlet Handballer geworden ist. Dazu kann ich nur sagen, daß ich ebenso gut auch Wintersportler oder Turner hätte sein können. Dem Kampf und restlosen Einsatz um das runde Leder galt aber immer mein besonderes Interesse. Ich möchte auf diesem Wege auch allen Lehrern und Erziehern danken, die sich mit uns Mühe machten und in oft kritischen Situationen hilfreich zur Seite standen. Besonderer Dank gilt dem Lehrerkollegium, das es verstand, uns trotz sportlicher Belastung mit besten naturwissenschaftlichen und sprachlichen Kenntnissen auszurüsten. Man muß sich am heutigen Tage fragen, ob alle Absolventen das Erlernte auch weitgehend ausgenutzt haben. Von unseren Jungen kann ich berichten, daß wir Ingenieure, Pädagogen und Mediziner geworden sind oder — so hoffen wir — es bald werden. Ich wünsche mir, daß alle diejenigen, die diese Schule absolvieren, sich auch immer für unseren schönen Sport einsetzen. Drücken wir gemeinsam die Daumen, daß nicht erst 10 Jahre vergehen müssen, ehe wir uns wiedersehen. E r w i n    K a l d a r a s c hUnsere Schule ( N. Oppel)Unsere Schule Vor zehn Jahren war es, als es begann, wenige Schüler, klein fingen wir an. Wir waren als Sportler unbekannt, als Gegner neu, doch wir fuhren zum Wettkampf ohne Scheu. Verloren haben wir oft, doch wir haben's geschafft: uns war der Sieg durch gemeinsame Kraft. Das Erbe der „Alten", wir führen es fort, erkämpfen Siege an manchem Ort. Ob Rostock, Berlin oder Halle, den Ruf „Blankenburg — ja!" kennen sie alle. Groß ist der Kampfgeist, doch immer fair, die Siege erkämpften wir der Schule zur Ehr'. Wenn später wir Jahre getrennt dann schon sind, arbeiten, forschen, studieren, schützen die Heimat, Eltern und Kind, wir werden es niemals vergessen, daß wir „Blankenburger" gewesen sind. N. 0 p p e l Bild: Das Internat unserer Schule. Nach der Schule und nach dem Training herrscht hier ein reges Treiben. Rechts der Turnplatz, Vordergrund der Handballplatz Turnländerkampf der männl. Jugend Jugoslawien-DDR (1962 Gerd Diesler)Im Juni 1962 wurde zwischen .Jugoslawien und der DDR ein Jugend-Turnländerkampf durchgeführt. Von unserer Schule nahmen daran Gerd Diesler und Helmut Otto teil. Über seine Eindrücke berichtet Gerd Diesler: Freudig erregt standen wir auf dem Berliner Ostbahnhof. Das fünftägige harte Training war längst vergessen. Es war eine Gruppe Turner, der auch Lothar Förster angehörte. Langsam beruhigten sich die Gemüter. Mit dem Gedanken, daß wir drei Tage mit dem Zug fahren müssen, hatten wir uns längst abgefunden. Bald hatten wir die tschechische Grenze erreicht. Es klopfte an unser Abteil, und die Zollbeamten traten ein. Eine kurze Ausweiskontrolle war alles, was wir über uns ergehen lassen mußten* Gegen 14.00 Uhr begaben wir uns in den Mitropawagen, um das Mittagessen einzunehmen. Gegen Nachmittag erreichten wir Prag. Wir stiegen aus und vertraten uns die Beine. Nach kurzem Aufenthalt setzten wir die Reise fort, ich hatte mich gerade wohlig auf meinem Lager ausgestreckt, als unser Mannschaftskapitän uns aufforderte, zum Training herauszutreten. Ungeachtet der übrigen Reisenden begannen wir, uns warm zu machen. Der Eindruck, den wir auf die Mitreisenden machten, war verschieden. Manche sahen uns lächelnd zu und klopften uns gelegentlieh freundlich auf unsere entblößten Schultern. Andere schüttelten die Köpfe und glaubten sicher, die große Hitze hätte sich schädlich auf unseren Verstand ausgewirkt. Aber ungeachtet dessen setzten wir das Training, so gut es unter den gegebenen Umständen ging, mit Dehnungsarbeit fort. Zum Abschluß machten wir Krafttraining, bis uns der Schweiß von Nase und Kinn tropfte. Ein wenig sauer, aber mit einem Wohlgefühl, begaben wir uns in unsere Abteile. Der Appetit hatte sich geregt, und die doch schon etwas steif gewordenen Knochen blieben in Form. Eine Waschgelegenheit war im Abteil, die allerdings defekt war, wie sich später herausstellte. So bekamen wir eine, wenn auch nicht angenehme Beschäftigung. Wir schöpften das Wasser mit Aschenbechern aus der Kabine. Schließlich saßen wir frisch gewaschen auf unseren Betten und verzehrten das mitgebrachte Abendbrot. Danach ließ sich Helmut sein Bett beziehen. Meines war fertig, und ich machte es mir für die Nacht bequem. Schnell fiel ich in einen tiefen Schlaf und bemerkte weder den ungarischen Zoll, noch daß wir um 6.00 Uhr Budapest erreichten. Ich wachte erst auf, als die anderen schon längst angezogen waren. Mittags passierten wir die jugoslawische Grenze. Zu uns gesellte sich Iwan, der Dolmetscher, ein großer intelligenter Mann mit schwarzem Haar. Er war im Kriege Partisan im Range eines Oberstleutnants. Ich schätzte ihn auf höchstens 40. Er war aber, wie ich später erfuhr, 53 und mußte wegen Kriegsverletzung am Stock gehen. Er erzählte uns, daß er im KZ in Dachau war. Jetzt war er Journalist und vom jugoslawischen Turnverband beauftragt, uns während der ganzen Zeit,die wir in Jugoslawien weilten, zu begleiten. Bild: Dietmar Zapfe - freier Überschlag rückwärts 1962 Deutscher Jugendmeister am Reck 13.00 Uhr erreichten wir Belgrad. Wir begaben uns in ein nahegelegenes Hotel. Mit einem Riesenappetit setzten wir uns an den Mittagstisch. Nach den ersten Bissen konnten wir uns ein Bild über das hier im Lande übliche Essen machen. Unsere erste Reaktion war ein Griff nach dem Wasserglas. ,,Paprika!" konnten einige gerade noch hauchen, dann versuchten sie alle, das Brennen mit Mineralwasser zu löschen. Mit vollem Magen und gestilltem Durst unternahmen wir einen Stadtbummel durch Belgrad. Wir schauten uns die Geschäfte an und planten schon, was wir für unsere 1000 Dinar alles kaufen wollten. Unsere müde gewordenen Beine trugen uns in das Lokal, in dem wir das Abendessen einnahmen. Frisch gestärkt und gut gelaunt zogen wir in unser Hotel zurück. Am Abend schrieben wir unsere Karten, die wir am Morgen auf dem Bahnhof Belgrad in den Briefkasten warfen. Und wieder bestiegen wir den Zug, der uns zu unserem endgültigen Reiseziel bringen sollte. 14.00 Uhr trafen wir in Skopje, der Hauptstadt Mazedoniens, ein. Auf dem Bahnsteig fand ein kurzer Empfang statt. Dann wurden wir mit Personenwagen in das Hotel ,,Tourist" gefahren. Keine Pause wurde uns gegönnt. Wir halten gerade Zeit, unsere Sachen /u verstauen, uns zu duschen und die Trainingssachen anzulegen, dann ging es trainieren. Beim ersten Training stellten wir fest, wie gut uns die Übungen im Zug getan hatten. Wir waren in Form und gut bei Kräften. Unser Bewegungsgefühl war allerdings durch die Fahrt ein wenig durcheinander geschüttelt worden. Ohne Pardon ließ uns Trainer Kaminsky an allen Geräten unsere Übung durch turnen. Als wir aus der Halle o-ino-en hatten wir schon Freunde. Wir hatten mit den jugoslawischen Sportfreunden schnell Kontakt gefunden. Bild: Lothar Müssig Fluggrätsche am Reck Skopie ist eine malerische Stadt. Von einer zerfallenen türkischen Festung sahen wir überall Minarette, die aus der Altstadt ragten und von dem jahrelangen Joch der Türken erzählen. Am anderen Ufer der Wardar, die braunes Wasser mit sich führt und in der Kinder badeten, ragten moderne Hochhäuser in den wolkenlosen Himmel. Am Abend beginnt in Skopje das Leben. Alles spielt sich auf einer Straße ab. Es hat den Anschein, als würde ganz Skopje am Abend diese Straße auf-und-ab promenieren. Sie ist so voll, daß es manchmal zu Stockungen kommt, die einen Stillstand des gesamten Verkehrs zur Folge haben. Schuhputzer halten mittags, wenn die Sonne kaum einen Schatten wirft, unter ihrem Sonnenschirm ein Nickerchen. Barfüßige, nackte, braungebrannte Kinder laufen durch die Straßen. In bunte Tücher gehüllte Türkenfrauen ziehen mit Sachen beladen zum Basar in die Altstadl. Über all diesen Eindrücken hatten wir beinahe vergessen, wozu wir eigentlich hergekommen waren. Am Sonnabend bekamen wir Herzklopfen. Unsere Gespräche richteten sich langsam auf das Wettkampfgeschehen. Die Gegner waren einen Tag später in unserem Hotel eingetroffen. Schnell hatten wir Freundschaft geschlossen. Es waren meist Studenten, die zwei bis drei Jahre älter waren als wir und gut deutsch sprachen. Unser Trainer hatte sie am Donnerstag trainieren sehen. Mit verschlossenem Gesicht und nicht gerade gesprächig saß er am Abendbrottisch. Aus seinem Benehmen konnten wir auf unsere minimalen Chancen schließen. Unsere Stimmung wankte, aber nur kurze Zeil. Dann wurden wir wieder frech und sagten, daß nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird. Pünktlich 19.00 Uhr begann der Einmarsch. Zum Einturnen wurden flotte Schlager gespielt, und wir gerieten in Stimmung. Die Halle war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Das erste Gerät war Sprung. Buhig und konzentriert gingen wir zum Anlauf. Mit Punktgleichstand beendeten wir die Übungen an diesem Gerät. Dann kam Pferd-seit. Wir rechneten im stillen mit einer hohen Niederlage. Aber das Pferd hatte Tücken, und diesmal stand das Glück auf unserer Seite. Wir führten mit 0,35 Punkten. Aber an den Ringen kam dann der Einbruch. Die Jugoslawen holten auf. Die ca. 3000 Menschen in der Halle tobten. Die Begeisterung erreichte einen Höhepunkt, und die Zuschauer klatschten dazu bei gut gelungenen Elementen während der Übung. Nach einer gelungenen Übung ihrer Turner rasten sie vor Freude. Auch wir bekamen lauten Beifall, wenn wir gut geturnt hatten. Allerdings freuten sich die Jugoslawen genauso, wenn einer von uns etwas verpatzt hatte. Sie brachtenBild: Gerd Diesler bei einer Kehre am Reck Immer unter den vordersten Plätzen bei den DDR-Jugendmeisterschaften zu finden ihre Freude sogar manchmal durch lautes Gejohle zum Ausdruck. Nach den Ringen kam der Barren. Hier bauten die Jugoslawen ihren Vorsprung aus. Am Boden waren wir nicht schlechter als sie und am Reck schlugen sie uns mit 5/1oo Punkten. Insgesamt unterlagen wir mit 2 Punkten Differenz. Helmut konnte sich als bester DDR-Turner plazieren, denn er belegte einen 4. Platz. 24.00 Uhr war der Wettkampf zu Ende. Bis 3.00 Uhr dauerte das anschließende Bankett. Danach hatten wir keine Lust mehr, ins Bett zu gehen. Wir wollten noch etwas von Jugoslawien sehen. Und da man das von einem Berg aus am besten konnte, machten wir, d. h. Helmut, unser Trainer aus Leipzig und ich. uns auf den Weg. Nach zweistündigem Aufstieg durch dick und dünn gelangten wir endlich auf den Gipfel des 1067 m hohen Berges. Viel Schweiß hatte uns der Aufstieg gekostet. Aber wir wurden dafür zehnfach belohnt. Uns bot sich ein herrlicher Ausblick, auf dessen Beschreibung ich weitere Seiten verwenden könnte. Eine Stunde später stiegen wir zurück ins Tal, von dem wir mittags Abschied nehmen mußten. Auf der Heimfahrt hatten wir endlich Gelegenheit, das Erlebte zu verdauen. Sie verlief nicht so bequem wie die Anreise. Jetzt machten sieh die Anstrengungen des Wettkampfes und die übrigen Tage in Jugoslawien bemerkbar. Physisch erschöpft, aber sehr glücklich, kehrten wir heim.
 
 
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