»  History  »  1955 - 1965  »  1965 10 Jahre KJS T.II
 

Festschrift der KJS Werner John Bad Blankenburg zum 10 jährigen Bestehen

 

Inhaltsverzeichnis

  • Deutsche Leichtathletikmeisterschaft 1959 (H.Kleppe) (Seite 1)
  • Mein Weg zur Sportlehrerin (Ursula Fischer) (Seite 2)
  • Ehrentafel (Turnen) (Seite 3)
  • Reifeprüfung 1959 (Seite 4)
  • In memoriam (Angelika Liebau) (Seite 5)
  • Internatsleben (Seite 6)
  • Da hat doch vor.... (Seite 7)
  • Kultur 1959/60 (M. Hennig Fachlehrer) (Seite 8)
  • Mein erstes Hallensportfest (Edgar Kirst) (Seite 9)
  • Non scolae, sed vitae discimus Reifeprüfungen 58-64 (Seite 10)
Finden in der Seite

Seite   1  2  3  4  5  6  7  8  9  10 

Deutsche Leichtathletikmeisterschaft 1959 (H.Kleppe)

Deutsche Jugendmeisterschaften der Leichtathletik 1959 in Bad Blankenburg ( Hermann Kleppe )

Die Vergebung der Deutschen Jugendmeisterschaften in der Leichtathlelik nach Bad Blankenburg war eine Anerkennung der bisherigen Arbeit und Erfolge in der Jugendleichtathletik der SG Dynamo Rudolstadt. Die Vorbereitungen lagen in erster Linie in den Händen der Kollegen der KJS Bad Blankenburg, die alle Anstrengungen unternahmen, um die Meisterschaften zu einem vollen Erfolg werden zu lassen.

Über 800 Jugendliche kämpften dann vom 17. bis 19. .Juli 1959 auf der Aschenbahn, den Sprunggruben und den Wurfanlagen um den Titel eines Deutschen Jugendmeister bzw. eines Deutschen Jugend besten. Auch unsere Jugendlichen hatten sich viel vorgenommen und im Trainingslager gut vorbereitet. Kurt Mocker, der monatelang verletzt war und nicht trainieren konnte, ließ keinen Zweifel aufkommen, daß er der beste jugendliche Stabhochspringer der DDR ist. Mit 3.75 m sicherte er sich den Meistertitel und verfehlte 3,90 m beim 2. Versuch sehr knapp.

Bei der weiblichen Jugend B waren wir mit zwei Titeln die erfolgreichste Gemeinschaft. Ursula Konhäusner wurde ihrer Favoritenrolle im 80 m-Hürdenlauf gerecht und siegte unangefochten. Sie blieb damit im Wettkampfjahr 1959 in ihrer Altersklasse in dieser Disziplin ungeschlagen. Eine freudige Überraschung bot uns Gisela Stapf, die im Hochsprung alle Höhen bis einschließlich 1,49 im ersten Versuch nahm und so Deutsche Jugendbeste wurde. Bei der weiblichen Jugend A lief Gisela Voigt im 600 m Endlauf ein beherztes Rennen. Mit der sehr guten Zeit von 1:41,4 Min. (Bezirksrekord) erkämpfte sie sich einen guten 7. Platz.

Auch bei diesen Meisterschaften bewiesen die Kinder- und Jugendsportschulen ihren enormen Leistungsaufschwung. 21 erste, 19 zweite und 16 drille Plätze gingen an Schüler der Kinder- und Jugcndsportsehulen.

H. K I e p p e



 

_______________________________________________________________________________________

 




In Karl-Marx Stadt (Chemnitz) gewann Ramona Göttermann das Kugelstoßen der weiblichen Jugend B. Ein schöner Erfolg für die Mehrkämpferin.

 

Seite   1  2  3  4  5  6  7  8  9  10 
Mein Weg zur Sportlehrerin (Ursula Fischer) 10 Jahre Bestehen der KJS Bad Blankenburg! Jeder, dessen Weg sich irgendwie mit dieser Schule verbindet, wird in diesen Tagen Rückschau auf Vergangenes halten. Zehnmal 365 Tage, eine lange Zeit, und doch nicht zu lange, um schöne und erlebnisreiche Tage in Vergessenheit geraten zu lassen. Im Januar 1955, in dicke Winterkleidung gehüllt, mit schweren Koffern und bangen erwartungsvollen Herzen betraten wir das Internat. Was wird uns das Leben fern von den Eltern bringen? Unserer Vorstellung und Phantasie, die sich in den letzten Ferientagen vor dem Start ins Grenzenlose ausdehnte, sollte durch Realitäten ersetzt werden. Und sie wurden nicht enttäuscht. Saubere Zimmer, geschmackvolles Essen und liebevolle Betreuung ließen das Heimweh nur in begrenztem Maße aufkommen. Wir wurden eine große Familie. Ebenso wie jede neugegrüdete Familie ihr Heim und ihre Umgebung entsprechend ihren Bedürfnissen verändert, wurden in der Folgezeit die Zimmer mit Kleinigkeiten wohnlich eingerichtet, Rabatten gepflegt, der Schulgarten angelegt und der Sportplatz verschönt. Wie glücklich waren wir dann, als der endlose Marschweg zum Mittagessen ins Transportgummiwerk wegfiel, Der neue Speiseraum konnte eingeweiht werden. Aula, Turnhalle und eine Bild: Renate Gneupel bei der StandwaageBild:Annedore Kalwa bei einer Handstandwende. 1960 Deutscher Jugendmeisterin am Stufenbarren richtige Schule machten Training und Lernen leichter. Und wer denkt nicht mit Schmunzeln an unsere ersten Weltkämpfe. Mit Lampenfieber gingen wir an den Start. Die Turner mußten die Leichtathleten bei Weltkämpfen als Aktive unterstützen, denn die Mannschaften mußten ja voll sein. Unser Abschneiden verbesserte sich mit jedem Jahr. Waren wir an­fangs nur im letzten Drittel zu finden, konnte unsere Mannschaft 1956 bei den DDR-Meisterschaften der Pioniere in Greiz die ersten Lorbeeren erringen. Wir waren stolz und glücklich zugleich. Im selben Jahr legten wir erfolgreich unsere Abschlußprüfung der 8. Klasse ab und entschieden uns für den weiteren Lebensweg. Schon damals schwebte mir ein Sportlehrerstudium vor Augen und dafür mußte ein gutes Abitur erreicht wer­den. Wir trainierten also tüchtig weiter und errangen 1958 den Titel eines Deutschen Jugendmeisters mit unserer Mannschaft. Neben unserem Trai­ning bereiteten wir uns auf unser Abitur vor. Schließlich hatte sich ein jeder ein Berufsziel gesetzt und mit einem schlechten Abgangszeugnis blei­ben die Tore zu den Hochschulen und Universitäten geschlossen. Es klappte alles prima zur Zufriedenheit der Lehrer und Schüler. Vier Jahre Leipzig lagen vor mir und einigen meiner Mitschüler. Weniger verheißungs­voll empfing uns ein Internat, das zum krassen Unterschied an die KJS weniger wohnlich und sauber war. Wir lebten uns im neuen Kollektiv ein, gingen zu Vorlesungen und Seminaren und trainierten zweimal wöchent­lich weiter in der HSG der DHfK. Nach den ersten zwei Jahren Grund­studium konnte ich in einem Sonderseminar die Spezialisierung im Gerät­turnen mitmachen. Wir beschäftigten uns mit Spezialproblemen des Lei­stungssports, insbesondere des Turnens. Schon rückte die Zeit der Diplom­arbeit heran, es folgten Prüfungen auf Prüfungen. Nach diesen gefürchteten Monaten wurden die Anstrengungen mit dem Diplom belohnt und die Gewißheit, eine verantwortungsvolle Stellung einzunehmen. Mein Wunsch, wieder nach Bad Blankenburg zurückzugehen, erfüllte sich. Im September 1964 war es dann soweit. Einige Schüler kannte ich noch, andere wieder hatten sich derart verändert, daß nur die Namen in Er­innerung waren, / und der größte Teil waren neue Schüler. Ein neuer Le­bensabschnitt begann. Es folgten Wochen des Einarbeitens und des Ken­nenlernens der Schüler. Vier Monate sind schon vergangen, und ich muß sagen, die Arbeit macht Spaß. Und wie begann es doch vor 10 Jahren? Ein Jahrzehnt des Lernens ist verstrichen, die folgenden Jahre werden Jahre werden kein Ausruhen sein, denn nur im ständigen Weiterlernen erfüllt sich der Sinn des Lebens. U r s u l a F i s c h e rEhrentafel (Turnen)Deutsche Jugendmeister im Turnen Helmut Otto Deutscher Jugendmeister im Zwölfkampf 1962 Annedore Kalwa Deutsche Jugendmeisterin am Stufenbarren 1969 Angelika Striegler Deutsche Jugendmeisterin im Bodenturnen 1960 Deutsche Jugendmeisterin im Bodenturnen 1961 Deutsche J ugendmeisterin am Schwebebalken 1961 Elke Meißner Deutsche Jugendmeisterin im Achtkampf 1969 Deutsche Jugendmeisterin am Stufenbarren 1961 Deutsche Jugendmeisterin im Pferdsprung 1961 Lothar Müssig Deutscher Jugendmeister im Zwolfkampf 1964 Deutscher Jugendmeister im Pferd-seit 1963 Deutscher Jugendmeister im Pferd-seit 1964 Deutscher Jugendmeister an den Ringen 1964 Deutscher Jugendmeister am Reck 1964 Joachim Hempel Deutscher Jugendmeister im Pferdsprung 1963 Bild: Die mehrfache Deutsche Jugendmeisterin am Boden und Balken, Angelika Striegler, bei einem gymnastischen Sprung Reifeprüfung 1959"Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir" . Unter diesem Leitspruch verbrachten 17 junge Menschen die letzten Stunden in einem Gebäude, das ihnen vier Jahre lang Stätte der Unterrichtung des Lernens und auch zweites Elternhaus war. Sie saßen in der ersten Reihe unserer Aula, mit ihnen waren ihre Eltern und Lehrer anwesend. Durch ein Musikstück von Haydn und den Gesang „Freude, schöner Götterfunke" wurde die Feierstunde eingeleitet. Herr Schwarz ergriff das Wort und sprach von vergangenen Tagen, der geleisteten Arbeit und von der herrlichen Zukunft in einem friedlichen sozialistischen Deutschland. Die Abiturienten horten mahnende Worte, es ist für sie Verpflichtung, ehemals Schüler der Kinder- und Jugendsportschule "Werner John" gewesen zu sein. Dann wurden die Reifezeugnisse ausgehändigt, Schüler der Klasse 11 überreichten jedem Abiturienten als Anerkennung und Abschiedsgruß zugleich einen Blumenstrauß. Die Ergebnisse der Reifeprüfung waren recht ordentlich, sie waren das Resultat einer mehrjährigen mühevollen Arbeit von Lehrern und Schülern. Bild: Die Schüler der Klasse 7T beim Erdkundeunterricht in ihrem Klassenraum.Bild: Höhepunkt des schulischen Lebens ist die Ablegung der Reifeprüfung. Günter Haake beim schriftlichen Abitur. Dahinter die Schülerin Renate Dietz, heute Sportlehrerin an der DTSB Sportschule "Artur Becker" Eine Schülerin, Gerda Docter. legte die Reifeprüfung mit „sehr gut" ab. 13 Schüler bestanden ihr Abitur mit „gut" und zwei erhielten das Prädikat ..bestanden". Nur Bärbel Weißbrod befand sieh nicht unter den Glücklichen, die ihr Reifezeugnis in Empfang nehmen konnten; sie hat sich kurz vor dem Beginn des Abiturs eine Verletzung beim Sport zugezogen. Nachdem Herr Mann, der Vorsitzende des Elternbeirates, und Günter Haake als FDJ-Sekretär auch noch eingehende Worte an die Abiturient richteten, klang die Feierstunde mit dein Komitat von Mendelssoh Barlholdy "Nun zu guter Letzt..." aus. Damit schieden die jungen Menschen aus der Schule und gingen ins Leben hinaus. Am Abend trafen sieh nochmals alle Abiturienten. Lehrer, Eltern in Gäste zur gemütlichen Abschiedsstunde. Reich gedeckte Tische luden ein. es begann ein Schmausen und manches Glas wurde auf die Zukunft der Jungen und Mädchen erhoben.In memoriam (Angelika Liebau)                                                       Die Alfred Sobik -Siedlung in Bad Blankenburg Bad Blankenburg — ein kleiner Kurort war's vor Jahren, und es gab ein neues Altersheim —, hier zogen wir — fröhliche Kinderscharen - zum Trotze der Bürger ein. Wir lernten, trainierten und kämpften für unsere Ziele, wir waren stolz auf schöne Erfolge, schmerzlich waren die Niederlagen — doch wir waren eine große Familie. und es war eine Ehre, den Namen unserer Schule zu tragen. Zehn Jahre sind seitdem vergangen, wir stehen im Leben und hielten dem Sport die Treue, der sportliche Geist wird nach neuen Kadern verlangen, drum seid ihr. junge Sportler, bereit, für das Neue zu lernen, zu trainieren und kämpfen — zum Ruhme des Sports, der Ehre unserer Schule geweiht! Die Erinnerung — sie bleibt. Wir können sagen, wir waren dabei — es war eine herrliche Zeit ! A n g e l i k a L i e b a u Abiturientin 1961. jetzt Medizinstudentin an der Humboldt-Universität Berlin InternatslebenBestes Flurgebiet im Internat Unter dieser Losung fand am 1. März ein Wettbewerb seinen Abschluß bei dem es um die Sauberkeit und die Ordnung der Waschräume und Toiletten ging. Das beste Flurgebiet erhielt einen Wanderwimpel, der nun stolz im 3. Stock bei den Jungen der Klasse 5 und 6 hängt. Der Flurverantwortliche dieses Flurgebietes sprach in der Schülervollversammlung am 9. März zur Diskussion, und es muß dem Schüler Heinz Kalbitz bestätigt werden, daß dieser Beitrag vollste Anerkennung1 der Schüler und Lehrer fand: Als Flurverantwortlicher des besten Flurgebietes unseres Internats möchte ich über das Thema Ordnung und Sauberkeit im Internat einige Worte sagen. In den ersten Wochen und Monaten dieses Schuljahres war die Unordnung und Unsauberkeit im Internat noch sehr verbreitet. Besonders die Flurverantwortlichen hatten große Mühe. Durch die Einführung der Ordnungshefte bei den Grundschülern wurde die Ordnung; in den Zimmern der Schüler der 3. bis 8. Klasse wesentlich besser. Dadurch wurde auch unsere Arbeit wesentlich erleichtert. Die Ordnung in den Waschräumen und Toiletten war aber noch schlecht. Durch den Wettbewerb wollten wir die Schüler zur Mitverantwortung erziehen. Nachdem zum Wettbewerb aufgerufen wurde, sprach ich mit allen Schülern meines Flurgebietes. Ich machte sie mit den Aufgaben, die sie während des Wettbewerbs zu erfüllen haben, vertraut. Alle Schüler waren sehr begeistert, als sie von diesem Wettbewerb erfuhren. Ich konnte während der Tage und Wochen des Wettbewerbs eine gute Kollektivarbeit der Schüler feststellen. Jeder Schüler wies den Kameraden darauf hin, wenn er etwas im Waschraum liegen gelassen hatte. Oft mußte ich aber auch noch auf Fehler hinweisen. Ich erzählte ihnen aber auch, wie schön es wäre, wenn sie, als die jüngsten Schüler des Internats, den Wimpel des besten Flurgebietes bekommen würden. Bild: Seit einigen Jahren wird im Internat der Zimmerwettbewerb um das geschmackvollste Zimmer durchgeführt. Als einer der besten Zimmer wurde 1962 das Zimmer 23 ausgezeichnet. Alle Schüler schauten sich jeden Tag die Auswertungslislen an, um festzustellen, wie unser Flurgebiet im Wettbewerb stand. Sie freuten sich über jedes gute Zeichen, das wir bekommen hatten. Auch ich als Flurveranlwortlicher nahm oft an den Kontrollgängen teil und mußte feststellen. daß es bei den Jungen der Klassen 9 bis 12 nicht klappen wollte. Es wurde aber auch mit Absicht Unordnung auf anderen Flurgebieten gemacht. So wurde zum Beispiel auf die Toilette, die zum Flurgebiet von Dieter Rüdiger gehört, Papier geworfen. — Ich möchte Euch fragen: „Warum unterstützt Ihr Euren Flurverantwortlichen nicht?" Der Wettbewerb war ja nicht eine Sache der Flurverantwortlichen allein, sondern alle Schüler des Flurgebietes waren daran beteiligt. Die Schüler meines Flurgebietes konnten also durch eine gute Gemeinschaftsarbeit den Titel Bestes Flurgebiet des Internats" erringen, und die Freude war natürlich groß, als wir beim Appell den Wimpel überreicht bekamen. Obwohl ich der Überzeugung war. daß nach dem Wettbewerb die Ordnung so weiter bleiben müßte, überraschte mit die Unordentlichkeit im Waschraum unseres Flurgebietes: Zwei Handtücher und ein Waschbeutel lagen herum. Nach 2 Tagen, nachdem sich kein Schüler gemeldet halte, ging ich in die einzelnen Zimmer. Ich verlangte von diesen Schülern daß sie sich entschuldigen, und wies darauf hin. daß wir mit solcher Unordnung nicht das beste Flurgebiet des Internats sein können. So arbeite ich mit meinen Schülern, und so werden wir alle Erfolge erzielen. Ich rufe alle Schülerinnen und Schüler unseres Internats auf. weiterhin auf Ordnung und Sauberkeit in den Räumen des Internats und der Schule zu achten. Ks gibt noch viel, was verändert werden muß. Wir sind ja alle daran interessiert, daß wir den Leitspruch "Vom Ich zum Wir" auch in unserer Schule verwirklichen und somit auf sozialistische Art leben werden. Bild: Die Schüler der Klasse 6 feiern Geburtstag. Im geschmückten Klubraum wird gemeinsam gegessen, und es werden fröhliche Stunden verlebtDa hat doch vor....Bild: Elke Meißner Deutsche Jugendmeisterin 1961 am Pferdsprung Da hat doch vor zehn Jahren noch keiner dran gedacht! Zu singen noch der Melodie "Da hat vor 50 Jahren..." 1. Vor 14, 15 Jahren sah es hier anders aus, da waren rings nur Felder und nicht ein einziges Haus. Doch daß 'ne KJS von sich bald reden macht, da hat doch vor 10 Jahren noch keiner dran gedacht, da hat doch vor 10 Jahren noch keiner dran gedacht' 2. Wir wollen jetzt erzählen, was es so alles gibt hier an unserer Schule — nicht alles ist beliebt. - Doch daß heut jedem Schüler der Sport viel Freude macht, da hat doch vor 10 Jahren noch keiner dran gedacht . . 3. Bald sollte es sich zeigen, was einer ist und kann. Fleiß bracht' im 2. Jahre den ersten Sieg heran. Daß es dann laufend weiter ging — wer hätte das gedacht? Da hat doch vor 10 Jahren noch keiner dran gedacht . . . 4. Im Jahre 57 — manch einer war schon vorn, darunter Ursel Grosse und auch der Dieter Horn. Daß beide jetzt als Trainer erschienen über Nacht, da hat doch vor 10 Jahren noch keiner dran gedacht . . . 5. Es gibt viel zu berichten, was es für Siege gab hier an uns'rer Schule — die Schüler sind begabt! Doch daß der Christian Voigt in Tokio mitgemacht. da hält' doch vor 10 Jahren noch keiner dran gedacht . . . 6. Im Internat ist's prima, doch ist es jetzt zu klein. und daß man da schnell bauen muß — das sieht doch jeder ein! Wir bitten nun Herrn Schulrat — und wer das sonst noch macht, daß da für viele Jahre im voraus wird gedacht . . . 7. Ein jeder kennt Frau Bürgstein als gute Trainerin. sie ist ja nicht aus Pappe — sie war mal Turnerin ! Doch daß zehn Deutsche Meister sie hat "herausgebracht", da hat doch vor 10 Jahren noch keiner dran gedacht . . . 8. Herr Pippardt, der hat Muskeln und auch 'neu schlauen Kopf, daß er uns recht viel lehren kann, das merkt bald jeder Tropf. Daß zum „Verdienten Meister des Sports" er ward gemacht, da hat doch vor 10 Jahren noch keiner dran gedacht . . . 9. Genosse Schwarz, Direktor — 10 Jahre lang nun schon — viel Arbeit gab's und Ärger — doch auch verdienten Lohn: "Verdienter Lehrer des Volkes" „Verdienter Meister des Sports". Trotz allem, er schafft weiter bei uns und mancherorts . . . 10. Drei Namen steh'n für viele, die täglich sieh bemüh'n, uns recht viel beizubringen, uns richtig zu erzieh'n! Doch daß durch gute Leistung so manches wettgemacht, hat da schon jeder Schüler ernsthaft daran gedacht?. 11. Genosse Walter Ulbricht bestellte nach Berlin unseren Herrn Direktor und überreichte ihm in Bronze einen Orden, der allen Ehre macht, da hat doch vor 10 Jahren noch keiner dran gedacht . . . Laßt uns zum Schluß noch sagen: „Wir alle haben Mut! Mit Energie und Frohsinn geht's weiterhin recht gut. Beim Bau des Sozialismus wird fleißig mitgemacht!" Da hab'n doch vor 10 Jahren nicht viele dran gedacht . . Text: Karin Bauer, Marion Stöckel, Inge Rückert, Karl-Horst Ott, Dietmar Baumann, Regina Henklein, Hannelore Knirsch, Gisela Chlebig, Reiner Luhde, Ulrich Eisoldt, Joachim Mitschke (Schüler der Klasse 8T) Kultur 1959/60 (M. Hennig Fachlehrer)Kunststadt Dresden - kulturgeschichtlicher Höhepunkt im Schuljahr 1959/60 Die beiden Abiturklassen unserer Schule hatten auch in diesem Jahr Gelegenheit, in der Zeit vom 12. bis zum 15. Februar i960 in Dresden zu sein, um durch eifriges Studium an Originalen aus der Malerei, der Plastik und der Architektur die Kenntnisse und das Wissen zu erweitern und zu vertiefen. Der erste Besuch galt dem herrlichen Zwinger mit seiner umfangreichen Gemäldesammlung. Als wir im Zwingerhof standen und die in mühsamer und kostspieliger Arbeit restaurierten Bauwerke betrachten, erinnerten wir uns alle an jenen verhängnisvollen Tag, der genau vor 15 Jahren das blühende "Elbflorenz" in wenigen Stunden in Schutt und Asche sinken ließ, und wir erkannten die Sinnlosigkeit der Zerstörung durch amerikanische Flieger. Die Bildwerke der Gemäldegalerie, durch fachkundige Worte über Komposition, Perspektive, Anatomie und psychologischen Effekt erläutert und nahegebracht, hinterließen bei allen tiefe und bleibende Eindrücke. Im Wechselgespräch untereinander und mit Kunstinteressenten wurden Meinungen und Ansichten ausgetauscht, wurden geistvolle und fruchtbare Diskussionen geführt, und wenn auch dieser oder jener von uns noch passiver Lauscher blieb, so zeigten doch die leuchtenden Augen, daß auch sie tief ergriffen waren. Im ,,Grünen Gewölbe" und im ..Albertinum" bestaunten wir neue Kostbarkeiten. Prachtvolle Kleidungsstücke mit Silberund Goldstickerei, prunkvolle Ritterrüstungen in allen Varianten waren ausgestellt. Ein besonderer kunstgeschichtlicher Leckerbissen war die kostbare Waffensammlung. Viele konnten sich nicht sattsehen vom zwei-schneidig-geflammten Bidenhänder über die mit Perlmutt-Intarsien geschmückten. großkalibrigen Handkanonen bis zum raffiniert-hinterhältigen Stoßdegen mit Springklinge. Unsere Augen wurden immer größer, als wir die vielen roten, grünen, blauen und weißen Edelsteine an den Waffen erkannten, und mancher wird für sich ganz leise die Milliardenwerte summiert haben, die dort ausgestellt sind. Auch die anschließende Münzsammlung ist von ungeheuerem Wert. Hier sehen wir Gold- und Silbermünzen in runder, ovaler, dreieckiger und viereckiger Form bis Zentimeterdicke und Handtellergröße. In besonderen Räumen waren die antiken Plastiken zu sehen. Iiier konnte man sich alle Fakten und Merkmale aus der Kunstgeschichte ins Gedächtnis zurückrufen und sie an Originalen überprüfen. Ein Unterrichtsgang durch die Stadt halle das Ziel, auf dem Gebiet der Architektur verschiedene Baustile zu erkennen. Wir hallen Gelegenheit. mit dem Fotoapparat die Baukunst der Gotik, der Renaissance, des Barock und des Klassizismus festzuhalten.Alljährlich fahren die Abiturenten zur kulturgeschichtlichen Exkursionen nach Dresden. In der Gerätegalerie werden die Werke der Klassiker studiert. Der Besuch des Hygienemuseums war ebenfalls für alle hoch interessant. Wir entdeckten hier eine wahre Fundgrube von ausgezeichnetem Anschauungsmaterial, angefangen von der Pawlowschcn Reflexlehre über die embryonale Entwicklung bis zur „gläsernen Kuh" und der „gläsernen Frau". Ein Tanzabend und ein Kinobesuch, der uns den guten englischen Farbfilm ..Romeo und Julia" zeigte, bereicherten ebenfalls unsere Eindrücke. Wenn auch die wenigen Tage zeitmäßig sehr kurz waren, so genügten aber die vielen Einblicke doch, um zu erkennen, daß unser Staat für die Pflege und die Weiterentwicklung unseres kulturellen Erbes keine Mittel scheut, daß wir stolz darauf sein können, solche Kunstschätze zu besitzen und denen danken müssen, die sie in den Nachkriegsjahren restauriert und uns zurückgaben. Wir werden unseren Teil dazu beitragen, indem wir gute Erfolge in der Lernarbeit zeigen, um später unserem Arbeiter-und-Bauern-Staat in verantwortlichen Stellungen nützen zu können. M. Hennig FachlehrerMein erstes Hallensportfest (Edgar Kirst)Ich habe schon an vielen Sportwettkämpfen teilgenommen. Dabei gilt es zu beweisen, was in jedem Sportler steckt. Der Wettkampf einwickelt bei uns Schülern Eigenschaften, die nicht nur für den Sport, sondern fürs ganze Leben bedeutungsvoll sind. Ich freue mich immer, wenn ich in einem Wettkampf das im Training Gelernte anwenden und vielleicht einen guten Platz erkämpfen kann. Am 12. Dezember 1964 führten unsere Schüler einen Wettkampf in der Turnhalle des DTSB in Bad Blankenburg durch. Er bestand aus den Disziplinen Hochsprung, zweimal 30 m-Lauf und Medizinballstoßen. Kurz vor 14.00 Uhr traten wir Jungen des Jahrganges 1950 bis 1952 vor der Turnhalle an. Im Gleichschritt marschierten wir in die Halle. Zunächst wurde uns die Reihenfolge des Wettkampfes bekanntgegeben. Die Jahrgänge 1951 bis 1952 begannen mit dem Hochsprung. Da war ich dabei. Hochsprung ist meine Lieblingssportart und ich nahm mir vor, gut abzuschneiden. Die einzelnen Durchgänge wurden rasch abgewickelt. Bis zur Höhe von 1,35 m gab es bei mir keinen Fehlversuch. Nun wurde es spannend: 5 Mann kämpften um die Höhe von 1,40m. Ich riß bei allen Bild: Pionierspartakiade 1964 Leipzig 1. Joachim Dröscher. Siegerehrung duch Hans Grodotzki Bild: Barbara Schubert war als B-Jugendliche 1964 sehr erfolgreich. Nach ihrem Sieg im Speerwerfen beleg te sie im Kugelstoßen und Diskuswerfen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock dritte PlätzeVersuchen, wurde aber trotzdem erster, weil meine Kameraden diese Ilölie ebenfalls nicht schafften und vorher mehr Versuche hatten. Im Flur warteten wir auf den Aufruf für die zweite Disziplin. Nach einer Weile marschierten wir zum Start für den 30 m-Lauf. Jedes Läuferpaar mußte die Strecke zweimal laufen. Im ersten Lauf lief ich mit Mario Schubert gleich schnell, aber im zweiten war mein Gegner schneller. Beide Läufe zusammengerechnet ergaben für mich eine Zeit von 9,9 Sek. Das war nicht besonders gut. Nach meiner Rechnung stand ich etwa auf dem 5. PI atz. Beim Ballstoßen konnte ich durch die erzielte Weite von 10,40 m meinen Platz nicht verbessern, sondern fiel auf den 7. Platz zurück. Nur ein Punkt trennte mich vom 6. Platz. Den Abschluß dieses Wettkampf-nachmittags bildete ein 600 m-Lauf. Ich bin eigentlich kein guter Langstreckenläufer, aber der Wille, meinen Gegner zu besiegen, spornte mich an. Mit großer Anstrengung siegte ich und gelangte in der Gesamtwertung auf den 5. Platz. Dieser Wettkampf hat mir gezeigt, daß ich in der Leichtathletik bessere Leistungen erzielen kann. Deshalb will ich mich im Wintertraining gut für den nächsten Wettkampf im Frühjahr 1965 vorbereiten. Edgar Kirst Klasse 7 L Bild: Die Schüler der Klasse 6 feiern Geburtstag. Im geschmückten Klubraum wird gemeinsam gegessen, und es werden fröhliche Stunden verlebtNon scolae, sed vitae discimus Reifeprüfungen 58-64Reifeprüfungen 1958—1964Jahr        |Zahl der          |Prätikat|Prätikat| |Absolventen|Sehr Gut|Gut               | 1958|21| |D. Horn|E. Kahldarasch | | |A. Horn |H. Körner | | |J. Klette |R. Schmidt | | |D. Weber |E. Hadlich | | |E. Kutza |L. Markel | | |H. Meister |E. Springer | | |Ch. Thum |A. Unger 1959|17 |--------------------|---------------- |---------- | |Gerda Docter    |P. Blumert|K. Hoffmann | | |K. Kowalski |K. Mocker | | |H. Reißmann |R.. Scheffel | | |G. Schröter|H. Steininger | | |S. Graf |I. Hirschmann | | |R. Kühn |C. Nendel | | |A. Patzer | 1960|28|--------------------|---------------- |---------- | |Ursula Grosse |K. Erdmann |R. Dietz | |Karla Schoele |B. Kieschnick |I. Ludwig | |Uta Stahl |W. Puffe | W. Seidel | |Gudrun Wadenbach   |S. Adolph |U. Bradler | |Rositha Büttner |E. Dünkel |G. Haake | |Heidi Kokel |W. Jendrze |H. Käßmann | |Horst Kipper |G. Voigt |G. Fischer | |Wulf Polack | | | |Ingrid Sanner | | | |Siglinde Wagner | | | | | | 1961 |21 |--------------------|---------------- |---------- | |Gerd Rüffler |U. Kornhäusner |R. Kellermann | | |G.Büchler |R. Leichsenring | | |H. Pietzsch |S. Just | | |A. Liebau |J. Krauß | | |K. Oberländer |D. Rödiger | | |J. Schmidt |V. Striegler | | |R. Wollny | | | | | 1962 |28 |--------------------|---------------- |---------- | |Henrike Jauch |A. Kalwa |Ch. Voigt | | |M. Grünbeck |H.Kipper | | |H. Büttner|R. Finn | | |M. Kröber |A. Trisch | | |K. Vogel |B. Lippmann | | |U. Preiß |G. Schwarz | | |I. Rabetge|B. Thieme | | | | 1963 |19 |--------------------|---------------- |---------- | | |H. Otto |D. Zapfe | | |L. Franke |R. Basel | | |E. Engelmann|Ch. Ellenberg | | |H. Siegert|P. Sommer | | |G. Söffing|U. Tecini | | | | 1964 |28 |--------------------|---------------- |---------- | |Wilfried Schmidt |G. Diesler| K. Seel | |Bernd Knobloch |D. Oberbeck| H. Dawideit | |Peter Höhn |H. Sieckmann| | | | |  |  | | |  --------------|------------------------|----------------------------|--------------------------------|----------------------------  |  | | |   |  | | |  In sieben Jahren wurden 162 Abiturienten geprüft. Davon bestanden: 16 Schüler mit dem Prädikat „sehr gut" == 9,87% 84 Schüler mit dem Prädikat „gut" == 51,85% Bild:Die Biologiestunden an unserer Schule entsprechen dem modernen Unterricht. Ein Schüler der 12.Klasse beim sezieren. Im Chemieunterricht werden die Schüler mit den neusten Erkenntnissen vertraut gemacht. Ein Schüler der 12. Klasse beim chemischen Experiment.Bild Fast sieben Jahre war als Vorsitzender des Elternbeirates Herr Mann, Meister im VEB Transportgummi, tätig. Als Vertreter der Eltern spricht er bei der Abiturfeier 1959
 
 
Impressum | Kontakt | Seitenübersicht | mainCMS