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Festschrift der KJS Werner John Bad Blankenburg zum 10 jährigen Bestehen

 

Inhaltsverzeichnis

  • 10 Jahre KJS (Bernd Strauß) (Seite 1)
  • Jahresabschluß 1960 in Berlin (Kolln. Mertel) (Seite 2)
  • Jugendweihe 1960 (Waltraud Unsinn) (Seite 3)
  • Der bunte Teil unserer Feier ( Sabine Colditz) (Seite 3)
  • Ich war in Leipzig dabei (1963 Ingrid Schmidt Kl. 8L) (Seite 4)
  • Aus dem Programmheft zur Sportschau (Seite 5)
  • Meine Pragreise (Kurt Mocker) (Seite 6)
  • Junioren-Turnländerkampf Ungarn - DDR ( Angelika Striegler) (Seite 7)
  • Blankenburg - Ja! (Jürgen Klette) (Seite 8)
  • Alle hielten den Atem an! ( Holger Musiol ) (Seite 9)
  • ....beste der Republik " Volkswacht" Gera (Seite 10)
  • 4. Hallensportfest der Magdeburger Oberschule (Seite 11)
  • Die Fahnenweihe in Güstrow (Gerd Rüffler) (Seite 12)
  • Unser Winterlager in Oberhof (Birgit Lippmann Regine Finn) (Seite 13)
  • Impressum: (der Festschrift) (Seite 14)
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10 Jahre KJS (Bernd Strauß)

10 Jahre —

für den einen lang und den anderen kurz.

für den einen der Aufstieg,

für den andern der Sturz.

Für uns —

nur 10 Jahre Aufstieg,

nur der Weg voran,

nur eine nach oben strebende Bahn.

Nach oben —

zu Erfolgen in Schule und Sport, zu höherer Leistung, zur Tat statt zum Wort. Zur Tat —

zwar denken wir heute zurück, doch lenken wir morgen schon wieder vorwärts den Blick. Den Blick

und dazu all unsre Kraft.

damit unsre Schule im nächsten Jahrzehnt

noch mehr als im vergangenen schafft.

B e r n d   S t r a u ß Klasse 12

 
Seit der Gründung arbe...

Seit der Gründung arbeitet Frau Behrend an der Schule. Sie ist jetzt für die gesamte Wettkampfkleidung verantwortlich.
Hier erhält sie eine Auszeichnung für ihre besonderen Leistungen

 

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Jahresabschluß 1960 in Berlin (Kolln. Mertel)Erfolgreicher Jahresabschluß 1960 in Berlin Wie zu jedem Wettkampf, so fuhren unsere Mädchen auch diesmal mit großen Erwartungen, allerdings mit ebenso bangem Herzen nach Berlin zu den Deutschen Einzelmeisterschaften im Geräteturnen der weibl. Jugend LKl. I, die den Abschluß und Höhepunkt des Wettkampfjahres 1960 bedeuteten. Unsere Schule war mit neun Mädchen verhältnismäßig stark vertreten. Aber hier kam es nicht auf die Zahl und das Zusammenwirken der Mannschaft an, nein, hier war jeder auf sich selbst angewiesen. Die Zahl der Konkurrenten war groß, und die Möglichkeit für eine Platzierung an der Spitze war nur dann gegeben, wenn jeder einzelne mit dem vollen Einsatz seiner Kräfte sein Können zeigte. Das Bewußtsein von der Größe dieser Aufgabe hätte sieh lähmend auf den Willen und die Anstrengungen unserer Turnerinnen legen können, wie das schon manchmal geschehen war: doch in diesem Fall wirkte es als Ansporn, und vielleicht war auch ein wenig Glück im Spiel. Man kann sich auf alle Fälle nur lobend über den Kampfeinsatz dieser Mädchen äußern, zumal noch hinzukommt, daß einerseits dieser Weltkampf in physischer und psychischer Hinsicht eine Überforderung der jungen Menschen darstellte — Achtkampf an einem Bild: Antje Töpfer war immer eine Stütze der Mannschaft der Jugend LKl. 1 Bild: Christel Zöller turnte sich in der Meisterklasse unter die ersten Zehn unserer Republik Tag —, zum anderen war eine gewisse Absicht von Seiten einiger Kampfrichter, unsere Mädchen zugunsten anderer und größerer Sportgemeinschaften zurückzusetzen, spürbar. Aber allem zum Trotz setzte sich Blankenburg durch. Schon nach den Pflichtübungen standen Angelika Striegler, Annedorc Kalwa, Elke Meißner und Antje Töpfer an der Spitze. Auch Margit Kröber, Regine Pinn, Eleonore Büttner und Roswitha Leichsenring hatten sich gut gehalten. Doris Apelt war etwas zu bedauern, denn mit weniger Pech hätte sie zur Spitzengruppe gehört. Bei den am Nachmittag folgenden Kürübungen konnte sich nach dem schon recht anstrengenden Vormittag nur der durchsetzen, der Kondition und wirkliche Fähigkeiten besaß! Abends gegen 21.00 Uhr war dann das Rennen vorläufig entschieden. Unsere Mädchen hallen sich nicht verschlechtert, und so durfte Blankenburg zu Recht mit großen Hoffnungen dem Sonntagvormittag entgegengehen, an dem die bisherigen sechs Besten an jedem Gerät um Gold, Silber und Bronze kämpfen wollten. Nun, der Erfolg für unsere Schule war über alle Maßen groß. Zwei Deutsche Meistertitel gingen nach Blankenburg. Angelika und Annedore waren die glücklichen Gewinner. Angelika ließ am Boden alle Konkurrenten hinter sich, und Annedore holte sich Gold mit ihrer bestechenden Leistung' am Stufenbarren. Besonders gefreut haben wir uns über Elke, das Küken unserer Mannschaft und gewiß auch die jüngste Teilnehmerin am Kampf, die ganz sicher den 2. Platz am Boden und den 3. Platz am Sprung für sich in Anspruch nahm. Angelika holte sich zu ihrem Gold noch eine silberne Medaille am Schwebebalken, und Annedore erkämpfte sich noch den 5. Plalz beim Sprung. Antje hat zwar keine Medaille errungen, aber über zwei Urkunden, die sie für ihren 4. Platz am Schwebebalken und den 5. Platz am Stufenbarren erhielt, kann auch sie sich freuen. Dieser mit Freude so reich bedachte Tag fand in einem kleinen Kaffeestübchen von Grünau noch einen recht gemütlichen Abschluß. Hier wurden unsere Mädchen dafür entschädigt, daß sie zugunsten des Wertkampfes die Schulweihnachtsfeier versäumen mußten. Bei einem Glas Wein gedachten wir nochmals der Erfolge und vergaßen dabei nicht, auch auf das Wohl der Menschen anzustoßen, die-unsere Turnerinnen zu diesen Siegen geführt haben; und das ist wohl in erster Linie unsere Frau Bürgstein. Ihre Arbeit, im Verein mit den Anstrengungen und Fähigkeiten dieser Mädchen, müßten uns Gewähr für weitere gute Wettkampfergebnisse auch im Jahre 1961 sein. Kolln. M e r t e lJugendweihe 1960 (Waltraud Unsinn)Jugendweihe 1960 Die Feierstunde in der Stadthalle Unsere Eltern, Geschwister, Lehrer, Erzieher und noch viele andere Gäste waren bereits im festlich geschmückten Saal der Stadthalle versammelt, als wir, die Jugendweihlinge der 8. Klassen, uns zum Einmarsch vorbereiteten. Allen klopfte ein wenig das Herz, aber endlich war es soweit. Bei den Klängen „Für den Frieden der Welt" gingen wir hinter einer Fahnengruppe durch die Reihen der links und rechts Spalier stehenden Pioniere und begaben uns auf die jeweiligen Plätze. Ein Sprecher vom Theater Rudolstadt gab uns mit dem Gedicht ..Das Jahr Zweitausend, es ist Euer Jahr" den Geleitspruch. Anschließend erklang. gespielt vom Orchester des Theaters, die Ouvertüre zu ..Fidelio". Gen. Robert Lehmann, Vorsitzender der Pionierorganisation, der alle Jugendweihlinge vor der Feierstunde im Kleinen Saal der Stadthalle schon begrüßt hatte, hielt die Festansprache. Er führte die Entwicklung der Wissenschaft und Technik an, die wir einmal fortsetzen werden. Wir haben hervorragende Sportler, denen wir nacheifern können. Auch viele Aktivisten könnten wir zu unserem Vorbild machen. Er nahm uns in den. Kreis der Erwachsenen auf. Nach der Festansprache legten wir gemeinsam das Gelöbnis ab. Die Urkunden erhielten wir aus der Hand des Genossen Lehmann, der uns herzlich gratulierte und weiterhin alles Gute wünschte. Dazu wurden uns. das Buch ,,Weltall, Erde, Mensch" und eine Blumenschale von Jungen Pionieren überreicht. Zusammen mit allen Anwesenden sangen wir die Nationalhymne. Nach der Melodie des Liedes „Du hast ja ein Ziel vor den Augen" verließen wir vor allen Gästen den Saal. Diese Feierstunde, zu deren Ausgestaltung viele fleißige Hände nötig' waren, wird uns wohl immer als ein schönes Erlebnis in Erinnerung bleiben. W a l t r a u d  U n s i n n Bild: Die Feierstunden der Jugendweihe sind Höhepunkte eines jeden Schuljahres. Karin Lützelberger Elke Meißner (von li. nach re.) werden in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen Der bunte Teil unserer Feier ( Sabine Colditz) Wir halten ein ausgezeichnetes Mittagessen hinter uns. Herr Direktor Schwarz, unser Freund Robert Lehmann, die Vertreterinnen des Bezirkes Gera und des Kreises Rudolstadt brachten die ersten Trinksprüche aus. Bei schöner Tafelmusik bedienten die Mädchen und Jungen der Klasse 9 den großen und lustigen Kreis unserer Gäste, der sich aber nun erholen mußte, während wir Jugendweihlinge von unserem Hausphotographen, Herrn Neumann, in der Aula einzeln unter Blitzlicht genommen wurden. Bild: Vorbereitungen zur Weihnachtsfeier 1964 im Feslsaal der Oberschule Auf der Bühne zeigten wir lustige Scharaden und Reportagen aus dem Leben der 5. bis 8. Klasse an unserer Schule. Mancher bekam hier manches (Schand- und gute Taten) ab. Die Leitung hatte auch hier, wie bis in den späten Abend hinein, unsere verehrte Klassenlehrerin Fräulein Kürschner. Erneut luden uns unsere unermüdlichen Küchengeister zum Essen ein. Die Kaffeetafel war ganz groß. Zu Hause hätte es nicht besser sein können. Nun ging es Schlag auf Schlag, Ring-frei-Sendung für alt und jung. Große und kleine Preise waren zu gewinnen. Immer neue Spiele aus der Spaßkiste wurden von unserem Direktor. Klassenlehrerin, Internatsleiter und Pionierleiter geboten. Es gab gute und schlechte Kegler. Es gab aber auch Mütter, die mit verbundenen Augen unsere Väter, d. h. ihre lieben Männer, nicht erfühlen konnten. Getanzt wurde natürlich auch. Alle schwenkten tüchtig mit bei den Klängen der flott spielenden Kapelle. Die Polonaise hätte ich bald vergessen. Es war ein lustiges Schreiten treppauf, treppab, in die Turnhalle, durch Balken, über Bänke, im und ums Schulhaus. Natürlich wurde der Abschluß weiter hinausgezögert, da wir immer mehr in Stimmung kamen, denn die Apfelsinen- und Ananasbowle hatte es in sich. Aber dann war doch 23.15 Uhr endgültig Schluß. Wir sangen gemeinsam das Lied „Ade nun zur guten Nacht'". Wir sind also nun aufgenommen in die große Gemeinschaft der Erwachsenen. Aber wie viele Hände haben geschafft, um uns unsere Jugendweihe so schön und Erinnerungsreich zu gestalten. Sabine ColditzIch war in Leipzig dabei (1963 Ingrid Schmidt Kl. 8L)Das IV. Deutsche Turn- und Sportfest war ein Fest des ganzen Volkes. Diese Tage vom 2. bis August 1963 werde ich nie vergessen. Sie werden bei mir in guter Erinnerung bleiben. Die Festübung der fast zweitausend Schüler aller Kinder- und Jugendsportschulen unserer Republik wurde ein voller Erfolg. Wir bereiteten uns ja auch lange darauf vor. In einem zweiwöchigen Trainingslager wurden noch einmal die Übungen, die von den Sportlehrern unserer Schule entworfen worden waren, überprüft und verbessert. Uns rann in diesen Tagen nur so der Schweiß, aber unsere Mühe sollte sich in Leipzig lohnen. Am letzten Tag des Trainingslagers wurden von einer Kommission, in der auch unser Minister für Volksbildung, Prof. Dr. Lemmnitz, war, unsere Übungen abgenommen. Sie bestanden aus folgenden Teilen: aus der Körperschule, aus dem Kastenspringen, der Hürden- und Speergymnastik und aus der künstlerischen Gymnastik. Als Schlußbild wurden von allen Teilnehmern die fünf olympischen Ringe und die Buchstaben KJS gebildet. Dies gab ein farbenprächtiges Bild, denn die Teilnehmer der einzelnen Übungsteile trugen eine bestimmte Kleidung. Ich war bei den Kastenspringern, und wir trugen rote Anzüge. Am 27. Juli war es dann soweit. Wir fuhren mit Sonderzügen nach Leipzig. Die Fahrt verlief sehr angenehm. In Leipzig angekommen, fuhren wir mit der Straßenbahn zu unseren Quartieren. Die Kastenspringer wurden in einer Schule untergebracht. Dort bekamen wir Luftmatratzen. Decken und unsere erste Verpflegung. Gleichzeitig erhielten wir einen Trinkbecher und einen Kocher, der mit Spiritustabletten gezündet wurde. Die Verpflegung war ausgezeichnet. Es gab viel Obst und Süßigkeiten als Zusatz. Unser Mittagessen befand sich in Büchsen, die wir selbst erwärmen mußten. Das gab immer einen Spaß, denn die Tabletten ließen sich schlecht anzünden. Jeder Morgen begann mit einem Appell, an dem der Tagesablauf bekanntgegeben wurde. Die Proben fanden im Zentralstadion bei glühender Hitze und mehrmals am Tage statt. Es wurde auch abends bei Flutlicht geprobt. Der Weg von unserer Unterkunft bis zum Zentralstadion war weit, und wir mußten die Straßenbahn benutzen. Dafür benutzten wir den Festausweis. Wir zeigten ihn vor und brauchten kein Geld für die Straßenbahn auszugeben. So verflossen die Tage bis zum Sportfest. Am Vorabend des 2. August war am Völkerschlachtdenkmal die Eröffnungsfeier. Bei der Eröffnung sowie beim eigentlichen Sportfest waren viele hervorragende Persönlichkeiten unserer Republik anwesend, so auch der 1. Sekretär des ZK der SED und Vorsitzende des Staatsrates der DDR. unser Genosse Walter Ulbricht. Ein Feuerwerk beendete die Eröffnungsveranstaltung. Am Tag darauf war dann Generalprobe. Alles klappte wie am Schnürchen. Trotzdem fieberten wir alle dem nächsten Tag zu. Und dann war es soweit. Geschlossen zogen wir in unserer Festkleidung durch die geschmückte Stadt zum Stadion. Auf der Festwiese herrschte ein reges Treiben. Denn nicht nur wir, sondern auch die Sportstudenten der DHfK Leipzig, Sportler vom SC Dynamo Berlin, Kindersportgruppen und viele andere wollten ihre Übung zeigen. Wir nahmen Aufstellung. Noch einige Minuten mußten wir warten. Wir liefen auf den grünen Teppich ins Stadion. Und los ging es mit der Körperschule. Jeder gab sein Bestes in diesen Minuten. Das Stadion war überfüllt. Unter donnerndem Beifall liefen wir aus dem Stadion. Die Sonne tat auch ihr Bestes in diesen Tagen. Am 5. August fand dann die große Abschlußdemonstration auf dem Karl-Marx-Platz statt, an der alle Beteiligten teilnahmen, hier waren auch wieder Staatsmänner aus dem In- und Ausland zugegen. Am 6. August traten wir dann um 23.00 Uhr die Heimreise an.So verbrachten wir erlebnisreiche und schöne Tage in Leipzig. IX Deutsches Turn- und Sportfest 1963 in Leipzig. Die Leichtathleten bei ihren Übungen. Aus dem Programmheft zur Sportschau des IV. Deutschen Turn- und Sportfestes Übung der Kinder- und Jugendsportschulen Gestalter: Sportlehrerkollektiv der Kinder- und Jugendsportschule Bad Blankenburg unter Leitung von Erwin Schwarz, Verdienter Lehrer des Volkes Komponist: Günter Klein Teilnehmer: 1776 Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 18 Jahren Schaut sie euch an, diese lebensfrohe und gesunde Jugend ! Die Besten von ihnen werden einmal das Trikot unserer Nationalmannschaft tragen, werden bei Europa- und Weltmeisterschaften, gar bei Olympischen Spielen unseren Arbeiter-und-Bauern-Staat vertreten. In den Kinder- und Jugendsportschulen unserer Republik bereiteten sich die Jungen und .Mädchen auf unser großes Turn- und Sportfest vor, übten und probten sie fleißig für diese Sportschau. Die Besten von ihnen fuhren nach Leipzig, von dem hohen Stand ihrer turnerisch-sportlichen und schulischen Ausbildung Zeugnis abzulegen. Bild: Einen Teil der Übung der Kinder- und Jugendsportschulen für das IV. Deutsche Turn- und Sportfest 1963 bildeten die Turner mit ihren Darbietungen am Rad . .Weiter, schneller und höher, ist unser aller Ziel, — weiter, schneller und höher im Kampf bei Sport und Spiel . . erklingt das Lied der Kinder- und Jugendsportschulen, für das Fritz Räbiger die Texte schrieb. „Weiter, schneller, höher . . Der Weg zu sportlicher Höchstleistung führt über die vielfältige körperliche Ausbildung. Die 1776 Jungen und Mädchen geben uns einen Einblick, wie unsere Kinder- und Jugendsportschulen dieser Forderung gerecht werden. Die Körperschule, der erste Teil der Übung, enthält Elemente aus der täglichen Praxis, dient der Erwärmung und Lockerung. Die jüngsten Schülerinnen und Schüler, die 10- bis 14jährigen, haben sich den Kasten als Gerät gewählt. Schon in jungen Jahren haben sie mit dem Turnen begonnen. Sie beherrschen ihren Körper, beherrschen das Gerät. Mit schnellem Saltowirbel, Höhepunkt dieses Kastenturnens, klingt ihr lebendiges, freudiges turnerisches Spiel aus . . . Jetzt kommen die Hürdenläuferinnen an die Reihe. Wie Gisela Birkcmeyer wollen sie zu höchstem sportlichen Ruhm streben, wollen sie selbst einmal die olympische Arena betreten. Dann bestimmen die jungen Speerwerfer das frohe Treiben auf dem grünen Teppich; doch bald werden sie von den Hochspringern abgelöst, die bei dieser Sportschau die Sprunghöhe von 1,60 m meistern ! Der vierte Teil der Übung der Kinder- und Jugendsportschulen macht uns mit der Leistungsgymnastik und den kraftvollen, schwierigen Übungen der männlichen Jugend am Rhönrad vertraut. Die fliederfarbenen Gymnastikanzüge der Mädchen und das Weiß der Turnkleidung der Jungen bilden auf dem Grün des Bodenbelages einen schönen Kontrast. Waagen und Handstände auf dem Rhönrad sind der Höhepunkt der Darbietungen, bevor sich der gesamte Übungsverband zum Schlußbild, den Olympischen Ringen, vereint. Bild: Zum ersten Male nahm Joachim Kist an einer Jugendmeisterschaft teil. Im Hochsprung siegte er mit einer Höhe von 1,81m Meine Pragreise (Kurt Mocker)Als ich am 22. September 1957 die Einladung der FDJ für eine 4tägige Pragreise erhielt, freute ich mich natürlich sehr. Die Reise war eine Auszeichnung für meine Leistung im Stabhochsprung bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 1957 in Leipzig. Die Fahrt erfolgte am 26. September, früh 5.18 Uhr, ab Dresden/Hbf. in einem Sondertriebwagen der Deutschen Reichsbahn. Unsere Gruppe, 35 junge Sportler, traf sich um 4.00 Uhr im Saal „Meißen", wo wir unsere Teilnehmerkarte und sonstige Kleinigkeiten erhielten. Pünktlich um 5.18 Uhr ging dann endlich die Reise in die Hauptstadt der Tschechoslowakischen Volksrepublik ab. Zu dieser Zeit ahnten wir noch nicht, was für Unbekanntes und Schönes wir auf dieser Reise erleben sollten. In raschem Tempo fuhren wir durch das Elbsandsteingebirge. Bad Schandau war die letzte Station auf deutschem Boden. Die Paßkontrolle verlief auf beiden Seilen reibungslos, so daß wir schon um 11.00 Uhr in Prag anlangten. Am Bahnhof empfing uns unsere zukünftige Reisebegleiterin und Dolmetscherin, die uns in einem Bus in unsere Quartiere nach Pavle begleitete. Den Best des Tages verbrachten wir mit Besichtigungen und Spaziergängen in Pavle, das 25 km von Prag entfernt liegt. Am .Morgen des 27. September fuhren wir in einem Bus nach Prag zu einer halbtägigen Stadtbesichtigung. Die erste Sehenswürdigkeit, die wir besichtigten, war das Emmaus-Kloster, das Symbol der tschechischen darstellenden Kunst. Es wurde aus Mitteln gebaut, die das tschechische Volk zu diesem Zweck sammelte. — Dem Kloster gegenüber, auf dem Petrinhügel, hat man eine kleine Kopie des Eiffelturmes, als Aussichtsturm und Fernsehsender ausgerichtet, erbaut. — Westlich vom Aussichtsturm sehen wir das Strahov-Kloster mit seiner berühmten Bibliothek und der Sammlung Nationalen Schrifttums. — Danach kamen wir zur Burg Hradcany, auch Prager Burg genannt, weil sie das Symbol der Stadt und des ganzen Landes ist. — Der St. Veitsdom befindet sich auf dem geräumigen dritten Burghof. 4344 ließ Karl IV. anstatt der romanischen Basilika die gotische Kathedrale erbauen; sie gehört zu den bedeutendsten Gedenkstätten des tschechoslowakischen Staates und ist eine vollendete architektonische Schöpfung seltener Schönheit. — Hinter der Burg befindet sich das Alchimistengäßchen. Die winzigen Häuschen sind in Burgmauern eingebaut. — Im Ludwigs-Palast sind die Räume der ehemaligen Böhmischen Kanzlei, wo es im Jahre 1618 zum Fenstersturz kam, dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Die Präsidentenwahl findet im Wladislaw-Saal statt. — Im Westen liegt die Loretto-Kirche. — Im Alten Rathaus, dem Zentrum des Altstädterringes, befindet sich eine astronomische Uhr. — Vor dem Alten Rathaus steht das Jan-IIus-Denkmal;ein Werk des Bildhauers L. Saloun. — Am Rande der Altstadt erhebt sich der historisch wertvolle Pulver türm, ein Rest der ehemaligen Befestigung der Altstadt. — An der Nordseite liegt die Judenstadt, das Prager Ghetto. — Die Altstadt mit der Burg verbindet die Karlsbrücke. — Außer der Altstadt ist aber auch die Neustadt historisch bemerkenswert, (n den jahrhundertealten Straßen herrscht der rege Verkehr einer modernen Stadt. — Der heutige Wenzelsplatz mit dem Nationalmuseum und die auf den Platz mündenden Straßen sind das Zentrum der modernen Großstadt. Die nächsten Tage konnten wir mit privaten Besichtigungen ausfüllen. Prag ist nicht nur eine romantische Stadt der Gärten und Paläste. Türme und Dome, sondern auch eine Stadt, in deren Straßen und Häusern das Leben der Gegenwart pulsiert. K u r t   M o c k e r Bild: Ursula Konhäusner zählte von 1958 bis 1961 zu den besten Hürdenläuferinnen der weiblichen Jugend. Mit der Zeit von 12,4 sec wurde sie 1959 Jugendbeste. Bei den Meisterschaften in Magdeburg belegte sie 1961 in 11,4 sec den zweiten Platz Junioren-Turnländerkampf Ungarn - DDR ( Angelika Striegler)Junioren-Turnländerkampf Ungarn - DDR Drei von unseren Mädchen hatten sich die Fahrkarte nach Ungarn erkämpft, und damit waren Elke Meißner. Doris Apelt und Angelika Striegler in der Juniorenmannschaft. Über den Länderkampf in Ungarn berichtet Angelika Striegler. Die Vorbereitungen trafen wir mit den anderen Mitgliedern der Mannschaft vom 21. bis 30. Oktober 1962 in Leipzig. Täglich hatten wir vier Stunden Training. Wir Blankenburger waren das Training nicht gewöhnt. Abends waren wir dann immer ganz schön fertig. Aber auch das haben wir überwunden. Endlich kam der große Tag, an dem wir nach Berlin zur Einkleidung fuhren. Am 1. November sollten wir dann um 9.30 l hr ab Berlin mit einer IL \A fliegen. Die Kontrolle nahmen wir mit Gelassenheit hin. Aber schon kam die erste Enttäuschung: unser Flugzeug hatte sich uin eine Stunde verspätet. Als es dann endlich soweit war. hatten wir alle Angst. Mit uns flogen noch die Jungenmannschaft und eine Judomannschaft. Die erste Stunde sahen alle noch normal aus. Aber schon nach dem Frühstück begann man, die ,,Flüstertüten'* zu benutzen. Wir flogen in einer Höhe von 1500 m. Die Außentemperatur betrug —15 Grad. und im Flugzeug waren es +25 Grad. Nach drei Stunden Flug landeten wir wie halbe4 Leichen in Budapest. Wir sind gleich in einen Bus eingestiegen und 226 km nach Debrecen gefahren. Hier, in Debrecen. sollte der Wettkampf stattfinden. Die Busfahrt war recht langweilig. Alles Pußta. Vereinzelt sah man kleine Hütten, wo Bauern wohnten. Ihr Vieh war im gleichen Haus untergebracht. Vor den Hütten befand sich ein vorsintflutlicher Ziehbrunnen. Abends kamen wir in Debrecen an. Die Stadt ist ganz modern aufgebaut, tolle Lichtreklame und viele Springbrunnen, die abends bunt beleuchtet sind. Am Tage kommt aus den Brunnen Musik. In einem großen internationalen Hotel wurden wir untergebracht. Am Freitagvormittag trainierten wir etwas. Die Halle war beim Training voller Zuschauer. Wir ahnten aber schon, daß der Kampf nicht zu gewinnen ist. Vier Mädchen von der richtigen Nationalmannschaft sollten bei den Ungarn mit turnen. Nach dem Training gingen wir zum Mittagessen. Schon voller Bange sahen wir den Gerichten entgegen. Alle hatten Angst vor Paprika. Aber es hat uns gut geschmeckt, unheimliche Fleisch mengen haben wir vorgesetzt bekommen. Alles war immer sehr scharf. Die Kellner haben sich immer gewundert, was für Mengen von Mineralwasser wir getrunken haben. Am Sonnabend, dem 3. November, haben wir am Vormittag gemeinsam mit den Ungarn eine Stadtrundfahrt unternommen. Debrecen zählt ca. 700 000 Einwohner. Früher lebten in dieser Stadt nur Bauern. Sie siedelten sich wegen des fruchtbaren Bodens hier an. Später entwickelte sich eine Manufaktur. Bild: Angelika Striegler mit ihrer Trainerin, der „Verdienten Meisterin des Sports". Gertrud Bürgstein Um 16.00 Uhr begann dann der Wettkampf. Wir haben in einer Pausenhalle eines Gymnasiums geturnt. Auch von unserer Republik studierten dort Studenten. Die Halle war aus Stein und hatte drei Ränge. Es waren viele Zuschauer da. Aber alles war gegen uns. An diesem Abend wurden nur zwei Geräte geturnt. Zu unserem Unglück auch noch Balken und Boden. Bei uns fing es gleich lustig an. Zwei fielen vom Balken. Am Boden haben alle gut durchgeturnt. Am Sonnlag wurde der Kampf um 8.00 Uhr fortgesetzt. Am Stufenbarren verloren wir weiter an Boden. Es war ja auch kein Wunder. Die eine Ungarin war bei den Weltmeisterschaften an diesem Gerät 4. geworden. Am Sprung dagegen waren wir den Ungarn überlegen. Wir verloren also den Kampf, während unsere Jungenmannschaft gewonnen hat. Nachdem wir unsere Niederlage verdaut hallen, fuhren wir in die Pußta. Dort besuchten wir eine Csardas-Schenke. In dieser Schenke konnte einem angst werden. Alles Qualm, wenig Licht, jeder saß vor einer Weinflasche, und dazu spielten sieben Zigeuner fröhliche Weisen. Wir mußten auch gleich Wein trinken. Ein Tisch voller Weinflaschen stand für uns bereit. Die Jungen haben sich natürlich mächtig gefreut. Wir Mädchen haben fast nichts getrunken. Abends war dann Bankett. Am Monlag mußten wir um 5.00 Uhr aufstehen. Mit dem Bus ging es nach Budapest. Nach einer kurzen Rundfahrt durch Budapest fuhren wir dann um 12.00 Uhr mit dem Zug wieder nach Hause. Die Fahrt ging über Prag, und am Dienstag um 7.00 Uhr kamen wir voller Kind rücke wieder in Berlin an. Blankenburg - Ja! (Jürgen Klette)Sportfest der Kinder- und Jugendsportschulen der DDR ein großes Wort für alle Kinder- und Jugendsportschüler der Republik. Auch für uns Blankenburger war es seit Jahren ein Begriff. Am Juli sollte die Fahrt nach Karl-Marx-Stadt, dem Austragungsort der Wettkämpfe, beginnen. Wochen anstrengenden Trainings gingen diesem Tag voraus. Wochen, in denen jeder einzelne um eine Fahrkarte nach Karl-Marx-Stadt kämpfte. Schließlich schlug für etwa 100 Sportler unserer Schule die große Stunde. Es ging nach Karl-Marx-Stadt! Würde es wieder ein so schönes und für unsere Schule erfolgreiches Sportfest werden wie ein Jahr vorher in Güstrow? Der gute Wille war bei allen vorhanden. Nun brauchte man nur noch schönes Wetter...! Doch daran sollte es hapern. Schon bei der Ankunft erfolgte eine kleine Regendusche. Doch was macht das? Unserer Vorfreude auf schöne Wellkampftage tat das keinen Abbruch, und etwas neugierig* — wie immer — wurden die Ouartiere aufgesucht. Weniger angenehm war das Erwachen am Sonnabend. Regen. Regen und nochmals Regen. Trotz mancher Zweifel, ob die Wettkämpfe durchgeführt werden konnten, fanden sich alle pünktlich am Stellplatz ein. Dann ging es, während es in Strömen regnete, „per pedes" zum Stadion. Mit Humor und dem immer wieder gesungenen Lied ,,Sonne, Sonne scheine heller" wurden aber auch diese Stunden überbrückt. Nach der Eröffnung wurden im ,,schwimmenden" Stadion sogar einige Wettkämpfe durchgeführt. Bild: Joachim Kirst hat sich zum besten Mehrkämpfer der männlichen Jugend in unserer Republik entwickelt. In seiner Lieblingsdisziplin, dem Hochsprung, brachte er es bisher auf die Rekordhöhe von 2,04 m Dann kam der Sonntag und mit ihm sogar eine Prise Sonntagswetter, so daß es den Veranstaltern möglich war, voll in das vorgesehene Programm einzusteigen. Vor der vollbesetzten Tribüne rollten die ersten Endkämpfe ab. die ersten Sieger wurden ermittelt. Je spannender der Wettkampf wurde, um so lebendiger wurden die Zuschauer auf der Tribüne. Jeder, der gerade nicht an einem Wettkampf beteiligt war, befand sich bei seiner Schule auf der Tribüne. Von dort aus wurden die Kameraden auf der Aschenbahn angefeuert bzw. geehrt. Wir Blankenburger waren ob unserer stimmgewaltigen Kulisse schon bei allen KJS bekannt! Und wir ließen nicht auf uns warten. ..Blankenburg — Ja!" so begann es schon bald zu erschallen. Bald hatte jede andere Schule ihren eigenen Schlachtruf, mit dem sie Freude und Begeisterung über einen Sieg zum Ausdruck brachte. Und immer wieder hörte man „Blankenburg — Ja!". Kein Sieger unserer Schule blieb ungefeiert, und es wäre wohl auch jeder enttäuscht vom Siegerpodest gestiegen, der seine Blankenburger nicht gehört hätte. Wie oft der Ruf „Blankenburg — Ja!" erschallen konnte? Nun, viele von uns waren an den folgenden Tagen heiser. Ob Direktor oder Schüler — jeder fühlte sich mit seiner Schule identisch. Ob auf dem Sportplatz oder in der großen Halle des VEB „Achter Mai" — überall war die Freude am Sport, an der Bewegung zu spüren. Wer selbst keinen Sieg errang, freute sich am Sieg des anderen. Doch einen Sieg errangen alle Blankenburger: unsere Schule wurde zum zweiten mal beste Kindersportschule der Republik, und in der Wertung der Jugendsportschulen belegten wir den 3. Platz. Wohl an keinem Tag ertönte unser „Blankenburg — Ja!" so froh und laut wie in dieser Stunde. Noch oft, so nahm sich wohl jeder vor, soll dieser Buf in Zukunft ertönen, und noch oft soll ein Schüler der KJS Bad Blankenburg auf dem Siegerpodest stehen ! Als es galt, Abschied von Karl-Marx-Stadt zu nehmen, waren sich alle darüber einig: Es waren schöne Tage, die keiner so bald vergessen würde. Jürgen Klette Alle hielten den Atem an! ( Holger Musiol )(Endkampf um den Pokal der FDJ am 16. und 17. 11. 1963 in Ilmenau) Leipzig begann den Wettkampf am Boden. Wir dagegen am „Schreckensgerät", dem Seitpferd. Nach der ersten Ergebnisverkündung waren wir an 3. Stelle plaziert mit einem knappen Punkt Rückstand gegenüber Leipzig. Das Bild sollte sich aber ändern. Wir wechselten zur Bodenfläche, und Leipzig turnte an den Bingen. Das Resultat blieb noch annähernd gleich. Der nächste Wechsel brachte die erste Veränderung. Leipzig hatte am Seitpferd geturnt und wir an den Ringen. Da die ,,Wissenschaftler" nicht den sichersten Eindruck an ihrem Gerät hinterließen, führten wir zur „Halbzeit" mit knapp einem Punkt. Pause! Während dieser 15 Minuten erholten wir uns ein wenig, und unsere Mädchen sprachen uns Mut zu und freuten sich mit uns über diesen kleinen Vorsprung, den es unter allen Umständen zu halten galt. Mit frischer Kraft gingen wir in die zweite ,,Runde". Wir begannen am Sprung, turnten ausgezeichnet am Barren und gingen mit einem kleinen Punktvorsprung ans Reck, nachdem die Leipziger ihr ganzes Können an diesem Gerät unter Beweis gestellt hatten. Forsch gingen wir nun auf die Bühne, es wurde die Bereitschaftsmeldung erstattet und das Signal für das fünfminütige Einturnen gegeben. Mit dieser Aufforderung zum Einturnen wurde uns der „tödliche Stoß" versetzt. Alle baumelten einige Male hin und zurück, und dann ging es ran. Der erste: Riesenfelge, Riesenfelge mit anschließendem Salto. Als nächster sprang Gerd ans Reck und rief Herrn Pippardt zu: „Doppelter!" Ich stand unter dem Reck und Herr Pippardt an der sonst üblichen Landungsstelle. Gerd turnte: freie Felge, Riesenfelge, noch eine und jetzt, aber was machte er denn, noch eine Riesenfelge, sie wurden jedoch immer schlechter, jetzt ließ er los — Bild: Siegerehrung' bei den Deutschen Jugendmeisterschaften der LKl. I in Gera 1962. 1. Helmut Otto, 4. Gerd Diesler, 5. Dietmar Zapfe jedoch viel, viel zu früh! Der erste Salto drehte in einer Höhe von etwa I m, und dann wurde Gerd auf die Matte geschmettert. Es war ein grausames Bild gewesen. Atem-ringend und stöhnend wurde er schließlich bewußtlos. Der Arzt kam herbeigeeilt und verständigte sofort den Rettungsdienst. Wir hatten in der Zwischenzeit das Einturnen abgebrochen und warteten, bis der Verunglückte ins Krankenhaus überführt wurde. Das Einturnen wurde nun fortgesetzt, und der Wettkampf nahm seinen Lauf. Wir turnten nervös und standen unter der psychischen Belastung des Sturzes, aber dennoch sollte es nach unserer Rechnung für unseren Sieg reichen. Siegerehrung! Der Sprecher verkündete uns als Sieger vor Leipzig und Berlin. Übergroße Freude durchströmte alle, und wir empfanden unseren Sieg als Entgelt für den Sturz Gerds. Doch es hatte nicht sollen sein. Ein simpler Fehler des Berechnungsausschusses brachte eine halbe Stunde später alle Freude zum Einsturz. Wir wurden 2. H o I g e r M u s i o l Klasse 12....beste der Republik " Volkswacht" GeraKindersportschule Bad Blankenburg - beste der Republik Einige Zeilen aus einem Artikel der ..Volkswacht" über die Auszeichnung unserer Schule: ..Am vergangenen Mittwoch strebten viele Gäste, große und kleine.. dem ,Haus der Kinder' in Gera zu. Der große Saal vermochte die vielen Besucher kaum zu fassen. Es war ein bedeutungsvoller Tag für unseren Bezirk, der schönste aber für die Kinder- und Jugendsportschule Bad Blankenburg seit ihrem Bestehen. Gemeinsamen Anstrengungen aller Schüler. Lehrer und Erzieher gelang es, aus dem Wettbewerb der 21 bestehenden Kindersportschulen in der Republik als die beste hervor zugehen. In Würdigung dieser kollektiven Leistung überbrachte Gen. Fischer die herzlichsten Glückwünsche des Büros der Bezirksleitung der SED und ermahnte die Jungen und Mädchen, sich stets in ihrem Denken und Handeln der großen Förderung unseres Arbeiter-und-Bauern-Staates würdig zu erweisen. Gen. Friedrich vom Ministerium für Volksbildung, der Stellvertreter des Vorsitzenden des Rates des Bezirkes. Gen. Hilbert, Vertreter des Zentralrates der FDJ sowie des Sekretariats des Bezirksvorstandes des DTSB überbrachten dem Schulkollektiv Glückwünsche und wertvolle Geschenke. Unter dem brausenden Beifall aller Anwesenden übergaben Die Turnhalle der Oberschule Bad Blankenburg. Trainings und Wettkampfstätte unserer Turner Schülerinnen der Kinder- und Jugendsportschule Rostock, als stolze Besitzer des Vorjahres, den Pokal des Ministeriums für Volksbildung und die Wanderfahne des Zentralrates der FDJ den' glücklichen Blankenburgern. Diese gelobten, durch doppelte Anstrengungen und noch bessere Leistungen unserer Partei und Regierung ihren Dank abzustatten." Es heißt dann in diesem Artikel weiter: „Der Tag klang aus mit einem Empfang der besten Sportler, Pioniere und FDJler unserer Schule. Der 1. Sekretär der Bezirksleitung der SED sprach in herzlichen Worten zu den jungen erfolgreichen Sportlern und ihren Erziehern. Er brachte dabei u. a. zum Ausdruck, daß die Partei der Arbeiterklasse erwartet, daß in unseren Schulen bewußte, junge Sozialisten erzogen werden. Die Einstellung zu unserem Staat der Arbeiter und Bauern muß dabei das Kriterium der Schulen sein, erst in zweiter Linie kommt das Toreschießen. Diese Worte wird sich die Kinder- und Jugendsportschule ganz besonders zur Richtschnur ihrer Arbeit nehmen.Fröhlich und beschwingt klang dieser Abend aus." In dem Artikel der „Volkswacht" heißt es dann zum Schluß: ,,Dem Lehrerkollektiv und den Schülern der Kinder- und Jugendsportschule in Bad Blankenburg aber rufen wir zu: Auf baldiges Wiedersehen in Gera! Macht weiter so, dann bleiben Erfolge nicht aus, denn Euch gehört die Zukunft !"Bild: Irene Binder bei einer Standwaage. Schon als Schüler errang sie den ersten Platz in der Republik 4. Hallensportfest der Magdeburger OberschuleDen Beginn der Wettkampfsaison 1960 der Leichtathleten bildete das 4 Hallensportfest der Magdeburger Oberschule vom 6. bis 7. Februar. Schon in den drei vergangenen Hallensportfesten schafften wir uns eine Basis als sehr gefürchtete, aber faire Gegner. Neben den Leichtathleten umfaßte unsere Delegation auch eine Mädchen- und Jungendhandballmannschaft. Die Delegation hatte eine Stärke von 40 Mann. Wir fuhren bereits am Freitag mittag hier weg und waren gegen 19 00 Uhr in Magdeburg. Die Bahnfahrt verlief ohne besondere Zwischenfälle Ab Erfurt halten wir bestellte Abteile, und nachdem wir gut in Magdeburg angekommen waren, suchten alle so schnell wie möglich ihre Quartiere auf, um am nächsten Tag möglichst gut in Form zu sein. Die Wettkämpfe begannen am darauf folgenden Nachmittag. Von vornherein umgab uns die für dieses Hallensportfest typische Atmosphäre, begeistert feuerten die in den Blöcken zusammen sitzenden Oberschulen ihre im Wettkampf befindlichen Athleten an. Bei über 20 Oberschulen entstand oft ein großer Lärm, daß man sein eigenes Wort nicht verstehen konnte. Schon bei den am Sonnabend stattfindenden Vorkämpfen schnitten unsere Teilnehmer gut ab und belegten bei den Endkämpfen am Sonntag zum Teil hervorragende Plätze. Herauszugeben wären die Erfolge unserer Staffeln. So belegten unsere beiden Mädchenstaffeln jeweils den I. und die beiden Jungendstaffeln den 2. Platz. Auch hier ertönte bei Verkündung unserer Siege der Schlachtruf unserer Schule „Blankenburg -Ja!". Leider waren wir zur Siegerehrung nicht mehr anwesend, da unser Zug schon 17.45 Uhr von Magdeburg abfuhr und die Endkämpfe zu dieser Zeit noch in vollem Gange waren. So hatten unsere Hürdenläufer Mühe, den Zug zu erreichen. Auch die Heimfahrt verlief reibungslos, und so kamen wir nach zwei Stunden Aufenthalt in Erfurt um 1.30 Uhr nachts hier an. Für uns alle war das 4. Magdeburger Hallensportfest ein schönes Erlebnis, und neue schöne Erfolge konnten wir für unsere Schule erringen.Die Fahnenweihe in Güstrow (Gerd Rüffler)Bild: Peter Nicolaus. Schüler der Klasse 8 mit seinem Trainer Fritz Böhm (Dreimaliger Deutscher Meister am Seitpferd 57/58/60,Deutscher Zwölfkämpfmeister 1958.) Unsere Sportlerdelegation weilte nun schon den dritten Tag in Güstrow und begeisterte sich an den Wettkämpfen der Turner und Leichtathleten. Heute sollten wir uns um 20.00 Uhr auf dem Vorplatz der großen Turnhalle treffen. Da ich Fahnenträger war, erfuhr ich, daß ein Fackelzug und anschließend die Fahnenweihe stattfinden sollten. Um 19.30 Uhr übten die Fahnenträger der Schulen noch einmal die Vorgänge der Fahnenweihe. Mir wurden noch zwei Fackelträger, die beiden DDR-Meisterinnen Irene Binder und Bärbel Trentzsch, beigegeben. Endlich war es soweit, der Zug setzte sich in Bewegung. Wir marschierten bei Fackelschein fast durch die ganze Stadt, sangen einige Lieder, und es dauerte nicht lange, so waren wir auf dem Markt angelangt, wir wurden von einem herbeieilenden Güstrower Kollegen an unseren Platz gewiesen. Lange noch war der Marschschritt der anderen Schulen zu hören. Als alle da waren, würge ein Lagerfeuer angezündet. Von dem Rathausbalkon sprach ein Sportkollege anfeuernd über unsere sportlichen Leistungen und über die alte Sportlehrfahne. mit der unsere Fahnen geweiht werden sollten. Wir drei, Bärbel, Irene und ich. waren furchtbar aufgeregt. Zwischen uns dreien wurde noch ausgemacht, in welcher Reihenfolge wir vorgehen wollten. Gleich mußte der Aufruf erfolgen. Kaum hatten wir ausgesprochen, als der Sprecher von oben herunterrief:,,Es treten vor: Anklam, Berlin und Bad Blankenburg!" Wir ordneten uns schnell — ich hob meine noch zugebundene Fahne hoch — und setzten uns in Bewegung. Unsere Gruppe nahm am linken Flügel Aufstellung. Ein älterer, sehr verdienter Sportler sollte die Fahnenweihe vornehmen. Vom Balkon kam das Kommando: ,,Senkt die Fahnen!" Ich ließ die Fahne in eine waagrechte Stellung gleiten, und meine beiden Begleiter knöpften die Bindfäden schnell auf und entrollten die Fahne. An der Fahnenspitze flatterten lustig die Wimpel aus anderen Wettkämpfen. Jetzt nahm der Sportler die Fahne von Anklam, berührte sie mit der alten Sportlerfahne, küßte dann beide und überreichte den Begleitern einen Wimpel von dem hiesigen Sportfest. Jetzt kam er langsam -auf uns zu. Ich senkte die Fahne. Er nahm einen Zipfel davon in die Hand, führte ihn mit der anderen Fahne zusammen und küßte sie. Unseren Wimpel bekamen nicht meine Begleiterinnen, sondern er wurde gleich zu den anderen gehängt. Als dieses Zeremoniell auch mit der Berliner Sportschule beendet war, machten wir kehrt und marschierten zu unserer Schule zurück. Dort bestürmte man uns wißbegierig, so z. B.: „Zeig mal den Wimpel her!", ,,Wie war es dort vorn?" Die Frage mit dem Wimpel konnten wir noch nicht beantworten, da wir uns ihn noch nicht genauer angesehen hatten. Zu allem anderen sagten wir „ja" oder „nein". Auch die Fahnen der anderen Schulen wurden so geweiht. Als endlich nach der Schlußrede um 23.30 Uhr die Schulen auseinandergehen konnten, marschierte unsere Kolonne gemeinsam ein Stück abseits. Dort wurden wir mit dem Tagesplan des nächsten Tages bekanntgemacht. Dann konnten wir uns auflösen. Ich rollte die Fahne ein und machte mich mit dem Kameraden Reinhard Wollny auf den Heimweg. Gerd Rüffler1.Mai 1963Unser Winterlager in Oberhof (Birgit Lippmann Regine Finn)Eigentlich war für heute eine Tageswanderung nach dem Schneekopf geplant. Da aber ein heftiges Schneetreiben herrschte, konnte diese Wanderung leider nicht durchgeführt werden. Wir begaben uns also nach dem Kaffeetrinken für eine Stunde in unseren Bibliotheksraum. Dort wurden wir mit dem Kompaß vertraut gemacht. Als wir diesen beherrschten, gingen wir mit unseren Skiern hinaus, um unsre theoretischen Kenntnisse auch praktisch anzuwenden. Herr Hennig übernahm alle Mädchen der 8. Klasse. Jeder Schüler mußte einmal die Führung übernehmen. Wir wanderten nach einer bestimmten Marschrichtungszahl, die uns Herr Hennig angab. Die Marschrichtungszahl aber mußte jeder von uns selbst Bild: Die Waldlaufmeisterschaften eröffnen in jedem Jahr die Saison der Leichtathleten. Der Stellv. Direktor für Sport, Hermann Kleppe., gibt dazu den Startschuß auf dem Kompaß einstellen. Als alle dran waren, gingen wir mit frierenden Händen und Gesichtern ins Heim zurück. Dort erwartete uns schon das leckere Mittagessen. In der Mittagsruhe schrieben wir noch einige Karten oder auch Briefe an Verwandte und Bekannte. Nach Beendigung der Mittagsruhe gab es gleich Vesper. Danach holten wir unsere Skier aus dem Keller und traten vordem Haus an. Fräulein Kürschner erklärte uns, daß wir auf unsere schon bekannte Wiese gehen, um dort Vorübungen für die Langlaufmeisterschaften zu treffen. Den Rennsteig hinauf ging unser Weg. Die Fahrt war «ranz schön steil. Wir kamen schon bald nicht mehr mit Fräulein Kürschner mit. Doch endlich waren wir oben angelangt. Wir fuhren uns eine Strecke ein, die dann jeder einmal nach Zeit ablaufen sollte. Und dann ging es los. Alle halbe Minute fuhr der nächste ab. Jeder gab sein Bestes. Es wurden auch Streckenposten aufgestellt, daß niemand abkürzen konnte. Aber trotzdem stürzten einige, obwohl sie sich große Mühe gaben. Diese Stürze wirkten sich auf die Zeit aus. Zum Schluß erfuhren wir dann unsere Zeiten, wobei sich herausstellte, daß Birgit den I. Platz belegte. Sie wurde gleich von allen umjubelt, und fröhlich ging es den Rennsteig wieder abwärts. Hei, das war eine herrliche Fahrt! In der Nähe unseres Heimes übten wir dann den Schneepflugbogen nach beiden Seiten. Als ihn alle ganz gut konnten, schickte Fräulein Kürschner die nach Hause, welche durchnäßte Kleidung anhatten. Mit den anderen fuhr sie dann noch die Golfwiese hinunter. Als dann die Zeit zum Abendbrotessen herankam, fanden auch sie ihren Weg ins Heim zurück. Nach dem Abendbrotessen wurden mit den Leipzigern und Magdeburgern noch Massentänze gemacht, bei denen es lustig zuging. Als die Zeit zum Schlafen gehen herankam, wuschen wir uns schnell noch und schlüpften dann müde in unsere Betten. Um 20.30 Uhr löschte der Erzieher vom Dienst dann alle Lichter. B i r g i t   L i p p m a n n / R e g i n e   F i n n Impressum: (der Festschrift) Redaktion: Helmut Neumann (Internatsleiler der KJS) (Gerlrud Bürgstein, Ingrid Kleppe, Felix Müller Fotos: H. Neumann (50), H. Musiol (2), R. Paggen (1). W. Lecht (1), M. Scholz (1). K.-H. Friedrich (1), Zentralbild (1), H.-J. Schmidt (1), H. Worgul (1) Gestaltung des Umschlags: Jochen Breternitz, Rudolstadt Herstellung: Buchdruckerei F. Mitzlaff KG, Rudolstadt (V-14-7) M 202/65
 
 
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