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Aus dem Alltag der Sportschüler

 

(frei nach Otto Reutter)

Seit vierzig Jahr'n ist hierzuland
Die KJS sehr wohl bekannt.
Sie hat - und das mit Vorbedacht -
Viel gute Sportler 'rausgebracht.
Die heut' nicht nur in Sportbereichen
Beachtliches Niveau erreichen.
Doch vor der Ehr' und vor dem Preis
Steht recht viel Fleiß und noch mehr Schweiß.
Drum haben wir für Euch, Ihr Lieben,
Einen Tagesablauf aufgeschrieben.
Seid bitte einmal die Begleiter,
Kommt mit uns weiter, immer weiter!

Schon früh um sechs wird man geweckt
Und aus dem Schlafe hochgeschreckt.
Der Hausfunk plärrt, es lärmt das Haus.
Für manchen Jungen ist's ein Graus.
Er brummt: Schon kurz nach Mitternacht
Wird man hier um den Schlaf gebracht.
Und schon nah'n aus des Ganges Mitte
Die ehernen Erzieherschritte.
Die Tür fliegt auf! „Ihr Bengels" schreit er,
„Macht nur so weiter, immer weiter".

Die verpennte Zeit, die rächt sich jetzt,
Man kommt zum Frühstück angewetzt.
Doch der Erzieher, mit Bedacht,
hat längst die Schultür zugemacht.
Nun gibt es wieder viel Verdruß,
Weil's erste Frühstück ausfall'n muß.
Man schimpft und flucht: War ich ein Tor;
So etwas kommt nicht wieder vor!
Das nächste Mal bin ich gescheiter;
In Zukunft geht es anders weiter.

Zwar knurrt der Bauch, doch ruft die Pflicht.
Die Glocke schrillt zum Unterricht.
Die Stunden selbst, vier an der Zahl,
Sind meistens Freude, manchmal Qual.
Man nutzt die Stunden nach Belieben,
Es wird auch mal ein Brief geschrieben.
Der Brief jedoch kommt kaum ans Ziel,
Denn mancher Lehrer sieht zuviel.
Zum Schreiber sagt er, gar nicht heiter:
Dein Leistungsstand sinkt immer weiter.

Hat man, meistens recht beklommen,
Einen Tadel hingenommen,
Freut man sich auf die Zeit nach zehn,
Denn nun kann man zum Training gehn.
Und kurz darauf läuft man im Trab,
Einlaufschuh und Spikes sich ab.
Man ist dabei recht guter Dinge,
Macht Sprints und meist recht große Sprünge.
Man geht auch an die Sprossenleiter!
Und macht dann weiter, immer weiter!

Um ein Uhr ist das Training aus.
Man läuft aus den Arenen raus;
Man möchte gern, wie war das fein,
Beim Essen stets der Erste sein.
Doch wiederum hört man ein Schrein:
Im Trainingszeug kommt keiner rein!
Man ging recht gern, denn man war platt,
Und von dem Eintopfdampfe satt.
Schon wieder gibt es Eintopf, leider!
So geht's nicht weiter, nimmer weiter.¦

Der Nachmittag geht schnell dahin,
Denn stadtwärts geht der Schüler Sinn.
Doch will man rasch dorthin entfleuchen,
Muß man sich aus dem Hause schleichen.
Um vierzehn Uhr, zum Schülerleid,
Beginnt die Hausaufgabenzeit.
Und der Erzieher mit Bedacht,
hat alle Haustür'n zugemacht.
Und auf den Korridoren schreit er:
Hier geht's nicht weiter, nimmer weiter.

Nach des Tages Müh und Plage
Steht nun für uns die Fernsehfrage.
Ein Fernsehkrimi wird gegeben,
Das wird den müden Geist beleben!
Doch leider können wir nicht gehn,
Der Film ist erst ab Klasse zehn.
Man denkt sich so: Uns bleibt die Pflicht,
Doch Rechte ha'm wir leider nicht.
Man macht sein Bett - und das nicht heiter,
Denn morgen geht's von vorne weiter.

Das, liebe Leute, war ein Tag
Mit recht viel Müh, mit sehr viel Plag.
Und sind wir manchmal ganz schön sauer,
Der Zustand ist von kurzer Dauer.
Denn ist ein Tageslauf vollbracht,
Hat's meistens doch viel Spaß gemacht.
Wenn man dann seinen Tag durchdenkt,
Der einem immer Neues schenkt,
Dann denkt man: Ich werd' doch g'scheiter!
Zeig mich bereit, bereit, bereiter,
Und diene dieser Schule weiter!

Ingelotte Arnoldt Erzieherin von 1967 bis 1979

 
 
 
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