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Fritz Böhm

 

geb. 23.04.1936

Als sich Anfang der 1950er die Vorläufer der späteren Leistungssportclubs in der DDR entwickelten, wurden in Jena bei der Betriebssportgemeinschaft „Carl Zeiss”, aus der sich später der „ Sportclub (SC) Motor Jena” entwickelte Leistungsturner zusammengezogen.

Einer von ihnen war der Sohn eines Bäckers, Fritz Böhm aus Lauscha. Von 1952 – 1954 hatte er mehrere DDR-Jugendmeistertitel im Turnen gewonnen. Da die Trainingsbedingungen in Lauscha wegen fehlender „Turnhalle” und eines Übungsleiters für Böhm schlecht waren und der Vater ihn in der Bäckerei brauchte, wollte er eigentlich mit dem Turnen aufhören. Da besuchte ihn Kurt Schneider und warb in für den im Aufbau befindlichen Sportclub (SC) Motor Jena. Die Blütezeit des Turnens beim Jenaer Sportclubs Jena lag zwischen 1955 und 1960, als so hervorragende Turner wie Gerhard Braune, Lothar Heil, Fritz Böhm u.a., für Jena starteten und mehrere DDR-Meistertitel holten.

Ab Anfang 1955 fuhr Fritz Böhm jede Woche Montag und Dienstag zum Training von Lauscha nach Jena, die restlichen Tage arbeitete er in der väterlichen Bäckerei.

 
Bild: Fritz Böhme 1959...
Bild: Fritz Böhme 1959 am Barren Quelle:USV-Archiv/Dr. Kremer

Bild: Fritz Böhme 1959 am Barren
Quelle:USV-Archiv/Dr. Kremer

 

Ab 1956 wurde Böhm, wie die meisten Spitzensportler des SC Motor Jena bei Zeiss eingestellt. Seine Arbeitszeit ging von 6-14.00 Uhr und danach war Training. Arbeiten durfte er aber in seinem Beruf bei einer staatlichen Konditorei. Anfangs wohnte er im Hotel „Zur Sonne” am Markt und bekam alle Auslagen wie Fahrgeld, Hotelkosten usw. erstattet.

Nachdem er in das Internat des SC Motor in der Westbahnhofstraße umgezogen war, wurden diese finanziellen Zuwendungen gekürzt. Er zog wieder nach Lauscha und kam nur noch Montag-Dienstag nach Jena. Nach einem Trainerwechsel, Eberhard Pollrich wurde als Trainer für die Männer eingesetzt, begann ab 1957 der sportliche Aufstieg von Fritz Böhm.

Er wurde in die DDR-Nationalmannschaft aufgenommen und absolvierte seine ersten Auslandseinsätze (Bukarest und Moskau). Bei den DDR-Meisterschaften in Chemnitz wurde er in der Gesamtwertung Vierter und am Pferd DDR-Meister. 1958 wurde sein erfolgreichstes Jahr in Jena.

Er wurde DDR-Meister im Zwölfkampf und am Barren und Pferd. Dazu kamen noch drei Silbermedaillen (Reck, Boden, Sprung). Im Dreiländerkampf Jugoslawien-Ungarn-DDR wurde er Gesamtsieger und bei den Weltmeisterschaften in Moskau wurde Fritz Böhm auf Platz 18 bester „gesamtdeutscher” Turner.

In diesem Jahr nahm er ein Sportstudium an der Uni in Jena auf und vertrat die Uni auch bei einigen Wettkämpfen im Rahmen der 400-Jahrfeierlichkeiten. Im Volkshaus fand der z. B. der Städtevergleich Jena-Leipzig im Turnen und in der Gymnastik statt, und Böhm gewann die Einzelwertung bei den Männern. Für seine sportlichen Erfolge wurde Fritz Böhm im Oktober 1958 als Meister des Sports geehrt.


 
Bild: Fritz Böhm am Se...
Bild: Fritz Böhm am Seitpferd Quelle USV-Archiv/Dr. Kremer

Bild: Fritz Böhm am Seitpferd
Quelle USV-Archiv/Dr. Kremer

 

Er gehörte zum Olympiakader für 1960. Da es im Studium in Jena keine Abstriche gab und die Trainingsbedingungen auf Grund des Fehlens einer guten „Turnhalle” mit fest eingebauten Geräten auch nicht optimal waren, ging er an die Deutsche Hochschule für Körperkultur (DHfK) nach Leipzig.
Gleich beim ersten Training in Leipzig verletzte er sich so schwer, dass er durch längeren Trainingsausfall seinen Spitzenplatz in der Nationalmannschaft verlor. Trotz Zweifel der Ärzte nahm er das Training nach seiner Gesundung wieder auf, verpasste aber die Aufnahme in die Olympiamannschaft um 0,4 Punkte im Zwölfkampf.

1962 konnte er sein Studium in Leipzig als Diplomsportlehrer erfolgreich beenden und ging 1963 als Trainer und Lehrer an die Kinder- und Jugendsportschule nach Bad Blankenburg. Bis 1968 trainierte er einige erfolgreiche Turner und Trainer wie zB. Bernd Jäger, Peter Nicolaus. Heute lebt er als Rentner wieder in Lauscha.

 

Quelle:Hans-Georg Kremer Jenas Sporthistorie in Wort und Bild Teil 2
http://www.sport-geschichte-jena.de/fileadmin/pdf/Nachtraege.pdf

 
Bild: Fritz Böhme im W...
Bild: Fritz Böhme im Winterlager der KJS Bad Blankenburg bei Lauscha (Ebermannsmühle) 1964,(Quelle: Archiv bilderatlas)

Bild: Fritz Böhme im Winterlager der KJS Bad Blankenburg bei Lauscha (Ebermannsmühle) 1964,(Quelle: Archiv bilderatlas)

 



 

Bildergalerie aus der aktiven Sportzeit

Quelle: Privatarchiv Fritz Böhm

 
 
 
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