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Renate Stecher

 

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Renate Stecher hat Sportges...

Renate Stecher hat Sportgeschichte geschrieben - und das mehrfach. Die Jenaerin ist auch 34 Jahre nach Ende ihrer Laufbahn mit sechs Medaillen - dreimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze - erfolgreichste deutsche Leichtathletin bei olympischen Spielen.
Zudem bleibt sie für immer die erste Frau, die die 100 Meter unter 11 Sekunden sprintete und die erste Weltrekordlerin der "Königsstrecke" des Sprints mit elektronischer Zeitmessung. "Darauf bin ich schon stolz. Weniger deswegen, weil ich noch immer erfolgreichste Deutsche bin, vielmehr darüber, dass ich diese Erfolge geschafft habe", sagt die Sprinterin, die zwischen 1970 und 1976 insgesamt 17-mal Weltrekord lief.


Einmal wöchentlich Basketball, Radfahren das war als Kind die erste Station ihrer Sportler-Laufbahn, Skifahren und Gymnastik sind heute ihre sportlichen Hobbys. Schon in ihren Glanzzeiten war Renate Stecher eher eine der Ruhigen. Die große Show und Mätzchen waren ihre Sache nicht. Dafür war sie ein Konzentrationswunder. Bei Leistungstests der DDR-Sprinterelite bescherte sie ihrem Trainer Horst-Dieter Hille mehrfach Schrecksekunden und graue Haare. Im Wettkampf hingegen beherrschte sie über viele Jahre die Konkurrenz. Aufgegangen war ihr Stern bei den EM 1969 in Athen. Als Ersatzläuferin angereist, gewann die vier Jahre vorher aus Sachsen an die Kinder- und Jugendsportschule Bad Blankenburg gewechselte Renate Meißner Gold mit der DDR-Staffel und Silber über 200 Meter.

 



Zwischen 1970 dem Jahr ihrer Hochzeit mit dem Jenaer Hürdenläufer und späteren Trainer Gerd Stecher und 1975 war sie de facto unbesiegbar. Fünf EM-Titel Weltmeisterschaften gab es noch nicht vier in der Halle und sieben Siege bei Europacups sowie 22 nationale Meistertitel belegen das. Dabei war die kraftvoll laufende Renate Stecher mit 1,70 Meter und 70 kg Wettkampfgewicht ein neuer Sprintertyp. Geschwindigkeit erzielte sie dank hoher Schrittfrequenz.

 
München waren mit Gold...
München waren mit Gold über 100 und 200 Meter auch ihre erfolgreichsten Spiele. Dass sie als Schlussläuferin der Sprintstaffel von Heide Rosendahl abgefangen wurde, wurmt sie nur noch insofern, als diese Bilder bei allen Rückblicken immer wieder auftauchen. In dem Rennen wurde...

München waren mit Gold über 100 und 200 Meter auch ihre erfolgreichsten Spiele. Dass sie als Schlussläuferin der Sprintstaffel von Heide Rosendahl abgefangen wurde, wurmt sie nur noch insofern, als diese Bilder bei allen Rückblicken immer wieder auftauchen. In dem Rennen wurde sie erstmals als Schlussläuferin und nicht auf der längeren zweiten Staffelstrecke aufgeboten. "Warum? Das weiß ich nicht. Das haben die Trainer festgelegt. Es war aber schon überraschend, dass eine Weitspringerin schneller war als ich, die vorher mit Bestzeiten die 100 und 200 Meter gewonnen hatte. Dafür haben wir uns vier Jahre später in Montreal revanchiert", so die Jenaerin.

Nach den Spielen in Kanada beendete sie ihre Laufbahn. "Vielleicht etwas zu früh. Denn 1980 in Moskau wäre ich mit 30 Jahren noch nicht zu alt gewesen", meint die dreifache Mutter. "Doch das war damals so. Du wolltest nicht nur Sport machen, sondern wolltest im richtigen Leben stehen", erinnert sie sich.

Schon 1969 hatte sie ein Sportwissenschafts-Studium an der Friedrich-Schiller-Universität begonnen. Es dauerte wegen des Leistungssports bis 1977, ehe Diplomsportlehrerin Renate Stecher in den Lehrkörper der Uni wechselte. Bis nach der Wende der Hochschulsport als Pflichtfach abgeschafft wurde. Sportliche Betätigung hatte für die Studenten nicht mehr den Stellenwert. Seitdem ist sie beim Studentenwerk tätig, inzwischen fürs Bafög zuständig. Und das ist heute für die Studierenden manchmal wichtiger als jedes Lehrfach.

Quelle: Uwe jentzsch / 12.05.10 / OTZ

 

Sportliche Erfolge

Jahr Ereignis
bei den
Europameisterschaften
1969 Siegerin (mit der 4 x 100-m-Staffel), 2. Platz (200 m);
bei den Hallen-
Europameisterschaften:
1970, 1971,
1972 u. 1974
Siegerin;
beim Europacup
1970 Siegerin (200 m); bei den Europameisterschaften
1971 Siegerin (100 m u. 200 m), 2. Platz (mit der 4 x 100-m-Staffel);
Olymp. Spiele:
1972 Siegerin (100 m u. 200 m), 2. Platz (mit der 4 x 100-m-Staffel);
1976 Siegerin (mit der 4 x 100-m-Staffel), 2. Platz (100 m), 3. Platz (200 m);
1973 sie blieb als erste Frau der Welt 1973 unter elf Sek. im 100-m-Lauf;
beim Europacup
1973 u. 1975 Siegerin (100 m, 200 m u. mit der 4 x 100-m-Staffel);
bei den
Europameisterschaften
1974Siegerin (mit der 4 x 100-m-Staffel), 2. Platz (100 m u. 200 m);
 
Aug. 1976 endete ihre sportl. Laufbahn; 1970 – 76 22mal WR;
 
 
 
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